Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Söldnertreffpunkt für alle Themen rund um "Jagged Alliance 2" und den Nachfolger "Unfinished Business".

Moderator: Flashy

Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 9. Aug 2011 21:37

Hallo und herzlich willkommen zu unserem zweiten Foren RPG.

Aktuelle Teilnehmer sind:

-commandant
-Nitrat
-NightSarge
-Ypsilon83

Weitere Teilnehmer melden sich bitte zuerst im MI, der Forenkneipe bei mir, bevor sie hier posten.

Und schon gehts los..

___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________


04.30Uhr Ortszeit, 30 Meilen vor der Küste Nord-Mexikos


Ypsilon stand am Bug des kleinen Schiffs, welches die Söldner und deren Ausrüstung nach Mexiko bringen sollte. Er blickte über das Deck hinüber zum Kapitän, der die ganze Zeit das Radar im Auge behielt.
Er war recht nervös geworden, als er seine Passagiere und deren Fracht gesehen hatte, am Abend vor ihrer Abfahrt war er hellauf begeistert gewesen. Vier Passagiere samt Gepäck über die Grenze nach Mexiko bringen und das für gutes Geld, was gab es besseres? Als er jedoch die Passagiere und vor allem ihr Gepäck sah, war er nicht mehr so begeistert. Jetzt stand er da an seinem Steuerrad, sah immer wieder auf das Radar und wartete sichtlich darauf, dass ein heller Punkt das Erscheinen der Küstenwache ankündigte. Ypsilon hatte es bevorzugt ihm mehr Geld zu zahlen, anstatt ihn über zu viele Einzelheiten aufzuklären. Heute Nacht würde kein Schiff der Küstenwache, weder von der Amerikanischen, noch von der Mexikanischen hier auftauchen.
Er steckte sich eine Zigarette an und bemerkte dann erst, dass sich seine Mitstreiter um ihn versammelt hatten. Er sah sie nacheinander an, dachte daran, wie er sie für diesen Job abgeheuert hatte, dann begann er zu sprechen.
"Ihr wollt jetzt wohl Einzelheiten zu unserem Auftrag? Kann ich euch nicht verübeln. Eine Drogenplantage in Mexiko zerlegen und das für gutes Geld, aber jetzt wollt ihr wissen, wem es eine solche Summe wert ist und was euch dort erwartet, nicht wahr?" er lächelte, als die anderen nickten.
"Na gut, ihr habt sicher schon vom Drogenkrieg in diesem Teil Mexikos gehört. Gewaltige, gut ausgebildete Kartelle werden von der mexikanischen Regierung bekämpft. Etwa 40000 Soldaten und etwa 5000 Polizisten. Nur durchschnittlich ausgerüstet, mit schlechtem Einkommen und zumeist Familie, gegen etwa 300000 Kartellangehörige, zum Teil hochmodern ausgerüstet, auch mit schweren Waffen. Ihr seht worauf das hinausläuft. Entweder wird man bestochen, oder kann seine Familie beerdigen, wenn man zu aufdringlich wird. Die Amerikaner dürfen nicht eingreifen, dafür sind die Mexikaner zu stolz, aber genauso hilflos. Deshalb hat sich die mexikanische Regierung dazu hinreissen lassen fremde Kräfte, also uns und noch einige andere Teams, zu bezahlen, damit wir für etwas Unordnung bei den Kartellen sorgen. Uns wurde eine recht grosse Plantage etwa 50 Meilen im Landesinneren zugewiesen. Insgesamt werden wohl etwa fünf grössere Gebiete angegriffen, diese hier gehört also uns. Unser Auftrag ist also erstens, die Ernte vernichten, egal ob noch auf den Feldern, oder schon eingelagert. Zweitens Waffen und Ausrüstung sicherstellen, oder wenn nötig zerstören. Kartellmitglieder von ihrem falschen Tun überzeugen und dafür sorgen, dass sie damit aufhören. Drittens wurde uns ein Bonus angeboten, wenn wir die oberen Drei dieses Kartells ausschalten, diese drei vor ein Gericht zu stellen funktioniert nicht, die Zeugen verschwinden viel zu schnell, wenn sie allerdings sterben, ich denke ihr versteht was ich meine."
Ypsilon drehte sich um und sah aufs Meer hinaus.
Stellt euch den Auftrag nicht zu einfach vor, diese Jungs sind gut. Wir sind zu wenige für einen Frontalangriff, es wurde mehr Wert darauf gelegt, dass wir recht unauffällig bleiben, irgendwo in der Wildnis campieren, ohne das zu viele Leute mitbekommen, dass wir hier sind. Wir treffen uns morgen Abend mit einem Vertreter des Innenministeriums, von ihm bekommen wir weitere Informationen, Karten und auch Fotos unserer Zielpersonen. Ansonsten weiss niemand, dass wir hier sind, wenn euch also Soldaten, oder Polizisten mit euren Waffen sehen, werden sie nicht zögern euch festzunehmen, oder direkt zu erschiessen. Lasst es dazu nicht kommen, aber lasst sie am Leben, sonst bekommen wir nur Honorar abgezogen."
Er drehte sich wieder um, zog an seiner Zigarette und blickte die Söldner nacheinander an, versuchte etwas in ihren Gesichtern erkennen zu können.
"Irgendwelche Fragen?
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 9. Aug 2011 22:49

Sarge nickte mit dem Kopf. Er blieb auf seiner Feldkiste sitzen und kaute weiter an seinem Panzerkeks. Er fühlte sich nicht wohl hier draußen in dieser Nussschale. Ihm wäre eine Landung per Heli wesentlich lieber gewesen als hier draußen auf dem Meer daß er nicht leiden konnte rum zu sitzen. Aber er sah auch ein das es keinen anderen Weg gab unerkannt in das Land zu kommen. Die Sperranlagen die an der US-Mexikanischen Grenzen standen hatten nicht nur den Effekt die Latinos draußen sondern auch die Amis drinnen zu lassen. Und die Luftraumüberwachung war ebenfalls lückenlos. Keine Chance da unentdeckt reinzukommen.
"Zu viert gegen eine ganze Plantage des Kartells. Das wird komplizert. Dazu brauchen wir erstens einen guten Plan, zweitens ein gute Aufklärung vor Ort und drittens so viel Unterstützung wie wir brauchen können. Etwas Ablenkung könnte sicher nicht Schaden so das wir dort unsere Ruhe haben. Ich hoffe nur der Typ vom Innenministerium kennt seinen Job. Mein spanisch ist übrigens schlecht bis nicht vorhanden. Wie sieht es an Land aus? Haben wir ein Fahrzeug oder ein Safehaus? Die beste Infiltration nützt nichts wenn uns das halbe Land dabei zuguckt wie wir an Land gehen. Und unserem Steuermann traue ich auch nicht besonders. Seine gequälten Blicke sagen eine Menge. Der Typ scheint Schiss zu haben. Die Frage ist wovor? Bis wir unseren Termin haben sollten wir sehr sehr vorsichtig vorgehen."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 9. Aug 2011 23:25

Nitrat hörte Sarge eine weile zu und meinte einen Plan zu haben und fragte erstmal durch die
Runde, ob jemand einen Flamenwerfer mit dabei hätte, womit man die Felder abbrennen könnte.
Es wäre auch nicht schlecht, wenn man ein Napalmangriff organisieren könnte, dieses
wäre aber wegen Radar und Flakstellungen wohl eher nicht möglich, falls es solche gäbe.
Mir wurde schnell klar das man noch mehr Information bräuchte.
Wie schaffen wir die 50 Meilen ins Landesinnere ?

Im Hinterkopf nochmal schnell die zahlen überflogen
Etwa 40.000 Soldaten und etwa 5.000 Polizisten. gegen etwa 300.000 Kartellangehörige
Wer ist unser Gegner, alle ? Mein ja nur, soviel Munition habe ich da nun auch nicht mitgebracht.
Auf der Drogenplantage werden mit Sicherheit nicht solche horrorende Summen an Leute
sich versammeln, damit sind doch bestimmt alle im gesamten Land gemeint, gell Cheffe ?

Hoffentlich bringt der Typ von Innenministerium brauchbares, hab keine Lust mir die sachen von jemanden
aus der Nase rausquetschen zu müssen, Ihr wisst was ich meine. So ein psychokram mit Folterei um
Informationen rauszuholen steht mir nicht mehr zu, als beim letzten Versuch der Informant starb.

Mit gemischten Gefühlen zur Situation drehte sich Nitrat in seiner Koje um und versucht eine Runde zu schlafen.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 10. Aug 2011 00:12

Ypsilon lächelte.
"Wir legen im Morgengrauen an einer abgelegenen Stelle an, dort steht einer der hier weit verbreiteten Pickups bereit. Ich hab auch keine Lust unser ganzes Gepäck durch halb Mexiko zu tragen, nur keine Sorge. Ausserdem steht uns ein abgelegenes Haus zur Verfügung, in einer ausreichenden Entfernung von unserem Einsatzort. Wir bekommen alles was das Ministerium hat, aber auch nicht mehr, verlasst euch lieber auf das, was wir selbst herausfinden und seht denen ihre Informationen als eine Art grobe Hilfestellung."
Er blickte wieder auf das Meer hinaus.
"Die Zahlen gelten für alle. Also auch Schmuggler in die Staaten, Schlägertrupps in den Städten und was man sonst so braucht, um so einen Betrieb am Laufen zu halten. Ich finde die Teamgrösse vorerst genau richtig, wie schon gesagt, wir führen keinen Angriffskrieg, sondern verwenden eher die Nadelstichtaktik. Im Moment ist es so, dass ihre ganze Verteidigung gut organisiert ist, alles perfekt geplant und abgesichert. Wenn wir allerdings an verschiedenen Stellen in der Gegend schnell und hart zuschlagen werden sie zwar wachsamer sind aber auch gezwungen ihre Kräfte weiter zu verteilen und umzuorganisieren, was in einige Unordnung ausartet. Ein konzentrierter Überfall auf einen Konvoi hier, ein Schläger, dem mitten in der Stadt auf der Hauptstrasse der Kopf von einem Scharfschützen weggeschossen wird, ein Waffenlager, das von einem Sprengsatz zum Mond geschossen wird. Wenn wir das richtig machen, haben wir schon riesige Schäden angerichtet, bevor sie überhaupt wissen, dass es uns gibt."
Der Söldner warf die Zigarette weg und nahm einen Schluck von seinem Erdbeertee.
"Der Kapitän?" grinste Ypsilon und sah Sarge an.
"Der hat nur Schiss vor der Küstenwache, über unsere Kisten mit dem Waffen war er schon unglücklich, aber ich glaube er hat am lautesten geflucht, als ich meine Kiste mit dem Sprengstoff an Bord gebracht habe, die reicht nämlich, um dieses Schiff auf einen Kilometer Umkreis zu verteilen. Aber ohne Zünder ist das meiste davon harmlos."
Im Licht der ersten Sonnenstrahlen konnte man bereits in der Ferne die Umrisse der Küste erkennen. Der Kapitän gab ihnen ein Zeichen, noch eine Stunde.
"Noch eine Stunde bis zur Ankunft, macht euch langsam fertig. Pistolen an den Mann, der Rest bleibt in den Kisten. Aussteigen, umladen und so schnell wie möglich weg von der Küste. Der Treffpunkt ist weit genug weg von unseren Einsatzort, dass wir dort nichts zu befürchten haben, denke ich. Dennoch sollten wir uns dort aufteilen, ich hab gerne noch einen Scharfschützen als Ass im Ärmel," Ypsilon blickte Nitrat an.
"Ansonsten hätte ich gerne Sarge bei mir, commandant, dich hätte ich gerne beim Wagen, der sollte nämlich in einiger Entfernung bleiben. Nach dem Treffen gehts dann weiter zu unserem Unterschlupf, erstmal häuslich einrichten und weiter planen.
Die Küste kam jetzt schnell näher, man sah schon den Felsblock, den man ihnen als Richtpunkt genannt hatte, und konnte das Buschwerk erahnen, in dem ihr Wagen versteckt worden war.
Ypsilon ging unter Deck und legte seine Schutzweste an, nahm seine Bewaffnung an sich und seine Sonnenbrille. Er trug ein weites T-Shirt über der Schutzweste und darüber hatte er ein offenes Hemd gezogen unter dem seine Waffe verborgen war. Dann ging er wieder an Deck, stellte sich neben den Kapitän und suchte das merklich näher gekommene Ufer mit dem Fernglas ab.
"Wird Zeit, dass ich euch loswerde, hätte ich gewusst was mich mit euch erwartet, ich hätt euch ja nie hierher gebracht, das glaubt mir doch keiner, was ihr hier abzieht."
Ypsilon nahm das Fernglas von den Augen und drehte den Kopf langsam. Der Kapitän war gut drei Köpfe kleiner als er und auch nur halb so breit.
"Hör endlich auf zu heulen, sonst werf ich dich über Bord, dann kannst du deinem Schiff nachschwimmen. Und sollten mir irgendwelche Nachteile entstehen, weil du dein Maul nicht halten kannst, wird die nächste Ladung Sprengstoff dein Schiff nicht einfach so wieder verlassen, klar?"
Der Kapitän schwieg und Ypsilon beobachtete wieder den Strand. Vorsicht war immer besser.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 10. Aug 2011 10:13

Sarge grinste zum schlafenden Nitrat hinüber. Dessen Vorschläge entsprachen ziemlich seinen Gedanken die er im Hinterkopf gehabt hatte. Dann ließ er den Blick hinüber zur näher kommenden Küste wandern. Aus einer seiner Taschen zog er ein Nachtsichtgerät hervor und suchte den Küstenstreifen ab. Er war leer. Nicht das er erwartet hatte, aber er war vorsichtig geworden. Ganze Einsätze waren schon in die Hose gegangen nur weil jemand zur falschen Zeit die falschen Leute oder Dinge gesehen hatten und mit einem einzigen Anruf die ganze Operation zum Teufel gejagt hatten. Als der Strand immer näher kam überblickte er noch einmal das Ufer und packte das Gerät dann in seine Feldkiste. Im Gegenzug zog er seine kleine Glock 18 heraus lud sie und ließ sie mitsamt Ersatzmagazin in seiner Sanitätertasche verschwinden. Ebenso verschwanden noch ein Funkgerät, eine Wasserflasche, die obligatorische Sonnenbrille und die Panzerkekse in seiner grauen Feldhose. Zusammen mit dem dunklen Shirt würde er im Zwielicht des Sonnenaufgang noch einige Zeit nichts als ein Schatten sein.
Knirschend bekam das Boot Bodenberührung als es am Strand aufsetzte. Sarge sprang von Bord, froh endlich richtigen Boden unter den Füßen zu haben, und watete durch das Wasser zum Ufer. Ein paar Meter weiter, angelehnt an den großen Felsen, befand sich ihr Fahrzeug. Ein alter, weißer Toyota Land Cruiser stand halb verborgen unter einem tiefhängenden Gebüsch was auf dem Felsen wuchs.
Er rollte mit den Augen. "War ja klar. die Kavallerie des kleinen Mannes."
Rasch öffnete er die Ladeklappe so das die anderen ihr Zeug auf der Ladefläche verstauen konnten, lud seinen Kisten zuletzt auf und verbarg das ganze unter einer großen Plane.
"Aber ich fahre."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 10. Aug 2011 13:06

"Gut, dann kann ich ja noch ein wenig die Lage anschauen während der fahrt", meinte Nitrat zu Sarge und richtet seine Dyneema Schutzweste in der Kiste zurecht.
(falls wir Besuch bekommen, sollte die Schutzweste als erstes griffbereit sein, das fällt sonst zu sehr auf, wenn man die jetzt schon tragen würde !!
Die Pistole CZ75 trug Nitrat ohnehin schon im verdeckten Lederholster)

Wenn wir gut voran kommen wollen, sollten wir am besten jetzt losfahren, wo ist commandant ? Schläft der noch auf dem Boot ?
Hat Ihn jemand gesehen, oder ist der schon im Land am Treffpunkt ?! *seufz*
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 11. Aug 2011 18:54

Plötzlich schreckte commandant auf, hatte doch das monotone Geschaukel des Schiffes aufgehört. Seit Ypsilons Lagebesprechung hing er jetzt schon hier fest. Normalerweise würde man es als Schiffstoilette bezeichnen, aber für dieses Stück Holz mit Loch in der kleinsten Ecke des Schiffes wäre das wohl zuviel des Guten gewesen. Zumindest war ausreichend Papier vorhanden, noch. Irgendetwas am gestrigen Essen hatte ihm gehörig den Verdauungstrakt durcheinander gewirbelt.
"So ein Mist aber auch, jetzt sind wir schon endlich angelangt und ich sollte beim Auto warten, anstattdessen hänge ich hier immer noch fest." Noch einmal lies er sich die Fakten über ihre Lage durch den Kopf gehen. Prinzipiell gefiel ihm diese Art von Einsätzen: Kein offener Kampf, sondern aus dem verborgenen heraus in kleiner Gruppe verschiedene Aktionen durchziehen. Mit diesen Überlegungen waren dann auch endlich die Magenprobleme ausgeräumt. Beim aufstehen natürlich nochmals den Kopf an der Decke anstoßend ging es die Ausrüstung greifen und ab auf Deck.
Dort angekommen stand nur der noch Kapitän einsam auf seiner "Brücke", das Steuerrad so fest umklammert, dass man das weiße der Knöchel sehen konnte. "Na hoffentlich erleidet der auf der Rückfahrt nicht noch einen Herzanfall und wirft Fragen auf", dachte sich commandant und sprang von Bord. Die Umgebung sah ruhig aus, die anderen hatten ihre Ausrüstung schon weitestgehend im Wagen verstaut. Der sah sogar noch ganz passabel aus, da hatte commandant schon mit schlimmeren Untersätzen auskommen müssen. Auf dem Weg zum Auto nickte er noch kurz Nitrat zu, der irgendwie etwas ungeduldig aussah, bevor er sein Zeug verstaute.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 11. Aug 2011 21:24

Junge, komm mal klar !
Sarge kennt die Route und Yps navigiert ihn, das wird eine sehr intressante Mission diesmal !!
*Nitrat dreht sich um und schaut sich den Toyota Land Cruser mal an*
Oh Mein Gott dachte er.
Der Wagen sieht ein wenig überladen aus, naja dann schrauben wir noch die restlichen Sachen
auf den Dachträger :khelle: meinte er zu allen und stieg in den Wagen hinten zu commandant ein.

Let's Go :k:
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 12. Aug 2011 08:11

Ypsilon lud seine Kiste mit der Bewaffnung und restlichen Ausrüstung, darunter auch seine Zünder als erstes auf die Ladefläche. Kurz darauf kam er erneut vom Schiff, dieses Mal mit der Sprengstoffkiste, die er jedoch nicht auf seine andere, sondern dahinter stellte.
Wenn sie wirklich, was er weder erwartete noch hoffte, schon auf dem Weg zu ihrem Unterschlupf in ein Feuergefecht kamen, wollte er wenigstens vermeiden, dass die Kiste zu leicht zu treffen war. Der meiste Sprengstoff war zwar stabil, aber er wollte doch kein Risiko eingehen.
Bevor er sich nach vorne neben den Sarge setzte, nahm er noch eine verkürzte Schrotflinte aus seiner Kiste, sowie einige Patronen, die er in den Beutel an seinem Gürtel fallen liess. Mit einer weiteren Hand voll lud er die Waffe und liess sie vorne in den freien Platz zwischen den Sitzen gleiten.

Vor den Kartellen hatte er in dieser Gegend keine Angst, was hätten sie auch für einen Grund gehabt eine handvoll harmloser Reisender anzugreifen? Dafür gab es auch hier Strassenräuber, aber die würden ihre Berufswahl noch einmal genau überdenken, wenn er ihren halben Motorblock über die Strasse verteilen würde.
Er blickte noch einmal seine Kameraden an, waren sie schon so etwas wie Kameraden, die zueinander standen und sich blind vertrauen konnten, oder nur ein Haufen Miet-Soldaten, die dem Ruf des Geldes gefolgt waren?

Er schob den Gedanken vorerst beiseite und kam zu den Strassenräubern zurück, die ihre Berufswahl ausgesprochen gründlich überdenken würden, wenn nicht nur er, sondern auch die anderen drei in ihre Richtung feuern würden.
Aber was für Gedankengänge, vielleicht lief ja auch alles glatt und sie würde am Abend schon in ihrem Unterschlupf sitzen und bei einem Tequila ihr weiteres Vorgehen anhand der Unterlagen ihres Informanten planen.
Wer wusste schon, was der Tag noch bringen würde.
Er setzte sich neben den Sarge, der schon den Motor angelassen hatte und zeigte ihm eine Karte.
"Hier sind wir und da wollen wir hin, ich sag dir, wo du lang musst. Aber zunächst erstmal hier weg, da den Hügel rauf und wenn wir an die Strasse kommen rechts ab."

Er sah nach hinten zu Nitrat, der nicht mehr so angespannt wirkte, nachdem auch commandant zu ihnen gestossen war. Und dieser sah nun um einiges besser aus, mit festem Boden unter den Füssen. Dennoch würde ihre nächste Toilette nicht ganz so luxuriös sein, wie auf dem Schiff, sondern irgendwo mitten im Nirgendwo, ein Gebüsch.

"Alles bereit? Dann Abfahrt."

Er öffnete sein Fenster und steckte sich eine Zigarette an, im Radio lief irgendein spanisches Gedudel, Liebe, Herzschmerz und die ganzen schönen Frauen, die es brauchte um diesen wieder los zu werden.
Sie erreichten die Strasse und bogen ab, um diese Zeit war hier nichts los, aber auch gar nichts. Das Land lag ruhig und verlassen da, erwartete einen neuen Tag voller Hitze.
Wann war er eigentlich das letzte Mal in Mexiko gewesen?
15 oder 20 Jahre? Aber es gab wohl Länder, in denen die Zeit stillstand. Das hier war wohl eines davon.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 12. Aug 2011 11:48

"Keine Sorge wegen irgendwelchen durchgeknallten Typen", meinte Sarge zu Yps. "Die könnten uns nur was wenn wir anhalten würden. Was wir aber definitiv nicht werden bis wir da sind."
Er blickte nach hin zum bleichgesichtigen commandant und zog die Packung Kekse aus der Hosentasche. "Wilst du welche? Ich ess die schließlich nicht umsonst."
Ehe er den Wagen startete öffnete er noch einmal die Motorhaube und krabbelte unter das Auto. Auf die verwunderten Blicke der anderen gab er eine ausführliche Antwort. "Wir wissen nicht wer die Karre hier abgestellt hat oder wer. Oder ob in der Zwischenzeit jemand hier dran war. Nennt mich meinetwegen übervorsichtig oder paranoid, aber es wär doch nicht schön wenn wir uns hier über die Landschaft verteilen würden. Aber ich seh hier nicht mehr Zeug und Kabel als hier hingehören."
Dann endlich ließ er den Wagen an und fuhr ihm vom Strand. Er nahm den Weg den Yps ihm gezeigt hatte. Nachdem die Sonne aufgegangen war wurde es lebhafter auf den Straßen. Die ersten alten Überlandbusse und einige LKWs tauchten auf aber es waren noch keine Polizei oder Militäreinheiten zu sehen. Endich überquerten sie den letzten Hügel. Vor ihnen im Tal lag die Stadt. fast zeitgleich passierten sie die ersten Wellblechhütten die sich in die Hänge krallten.
"Mal sehen was uns da erwartet. Und immer ruhig bleiben."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 12. Aug 2011 15:00

Unser Unterschlupf müsste doch ausserhalb der Stadt sein, Yps ?
Sind das nicht diese Wellblechdinger ?
Ein Unterschlupf in der Stadt würde doch viel unsicherer sein,
wenn die Anwohner aufeinmal Leute sehen, die 50 Kisten reinschleppen.

merkte Nitrat an und schaute fragend Ypsilon an.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 12. Aug 2011 20:43

"Wir treffen hier nur unseren Informanten. Unser eigentlicher Unterschlupf liegt etwa 50 Meilen weiter nördlich von hier, etwas näher an der Einsatzzone. Abgelegen und vor allem gut zu überwachen."
Er blickte sich um und sah auf die Uhr.
"Parken wir da vorne. Treffpunkt ist der Brunnen am nördlichen Marktplatz um 1900. Etwa zehn Minuten Fussweg von hier. Wir haben noch vier Stunden Zeit, wir sollten die Zeit nutzen, um das Gelände zu erkunden. Nitrat such dir einen guten Ort, um den Platz mit deinem Gewehr zu überwachen. Commandant, könntest du beim Wagen bleiben? Ich will die Ausrüstung nur ungerne hier alleine lassen, auch wenn es recht langweilig werden könnte."
Sie stiegen aus und teilten sich auf, Nitrat schlenderte davon, gemütlich, aber zielgerichtet, wie man es von einem Söldner mit leichten Übergewicht erwartete.
Ypsilon und der Sarge gingen gemeinsam zum Marktplatz, teilten sich jedoch kurz vor dem Platz auf, um ihn getrennt zu erkunden, sollte schon jemand den Platz überwachen, würde er sie nicht sofort in Verbindung bringen, man wolte ja nicht von Anfang an mit offenen Karten spielen.
Ypsilon sah sich auch die umliegenden Gebäude. Wo würde sich Nitrat niederlassen und vor allem, wo könnte sich ein fremder Schütze verstecken?
Und sonst? Wer sah einfach zu auffällig unauffällig auf?
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 12. Aug 2011 21:35

"Geht klar, wäre etwas doof wenn der nächst beste Wagendieb mit unserer Ausrüstung abhaut".
commandant setzte sich auf den Fahrersitz um notfalls direkt starten zu können und machte sich erstmal über die Kekse her, die ihm NightSarge überlassen hatte. Nach dem Desaster letzte Nacht konnte er einige zusätzliche Kalorien gut gebrauchen, über Gewichtsprobleme musste er sich eh keine Gedanken machen. Dabei schaute er sich die Umgebung genauer an, konnte aber noch nichts verdächtiges erkennen. Jede Menge Häuser, bei denen man sich bei einem Teil besser keine Gedanken über die Statik machen sollte, ein paar kleine Läden und wohl durch die Mittagshitze bedingt nur sehr wenige Leute auf der Straße.
"Das könnte sich gegen Abend aber rapide ändern, sobald die pralle Sonne verschwunden ist, also Augen aufhalten," dachte er sich und nahm einen Schluck aus der Wasserflasche.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 13. Aug 2011 03:55

Sarge und Ypsilon sind ein bis zwei hundert meter die Gegend abgelaufen
und haben nichts besonderes um den Unterschlupft feststellen können.
Nitrat und commandant haben die Kisten im Unterschlupf verstaut, man musste
ja noch nicht alles auspacken, dazu hatt man noch später Zeit, nach dem
Treffem mit dem Innenministertypen.


Nachdem Sarge und Ypsilon von ihrer Patroullie zurückkamen,
halfen die noch beim auspacken der kisten vom Transporter.
Nun ging es zügig zum Treffpunkt mit dem Innenmministertypen los.

Sarge fuhr einige kilometer richtung Stadt. Kurz bevor die Route Talabwärtz
ging, stieg Nitrat aus den bequemen sitzen vom Toyota aus und schloss
die Tür leise zu, damit es so wenig wie möglich aufsehen erregt.

Sarge, Ypsilon und commandant fuhren weiter während Nitrat seinen posten beziehn sollte.

Er sollte beide beim Treffen des Innenministers aus der ferne die Situation beobachten
und mit seinem Scharfschützengewehr für Sicherheit sorgen, man kann ja nie vorsichtig genug sein.

Nachdem er ein paar Schritte gegangen ist, wurde Ihm klar das es nun
anfängt richtig ernst zu werden und höchste konzentration erfordert.

Er holte ein paar dicke büschel aus den Ästen der Bäume heraus, um es als Tarnung an
seiner Dyneema Schutzweste anzubringen und lief ein stück um die Route zu berrechnen.

Die Hütte soll Nord/westlich auf einer anhöhe des Berges sein....

Na das kann ja was werden, ein Berg und kein Weg in der Nähe, der da besser
geeignet wäre,
seufzte er, aber ich bin ja nicht Lebensmüde und renn hier
links um den Felsen herum. Das würde mit der abgemachten Zeit nicht klappen,
wenn diese Felsen nicht weniger würden um an einem Weg nach oben zu gelangen


Also schleifte Nitrat sich mit der Lee Enfield auf dem Rücken, den Felsen
heran und began sich stück für stück hochzukrackseln und fluchte innerlich.

Nach einigen Metern und vielen schweißperlen auf der Stirn, überkam ihm ein Glücksgefühl.

geheiligt sei die Illusion der verzweiflung
dachte er, als er das Ende der besteigung des Felsen mitbekam.

*p'uh, nochmal Glück gehabt*

Er richtete sich auf, und schaute umher, überall Bäume, Büsche und kleinere
Felsen und verdammnich, ein schmaler Pfad der nach oben führt, den man auch
als Weg bezeichnen könnte.

Hier muss ich wohl richtig sein, der verläuft sogar in die Richtung wo er hin
muss und lief vorsichtig diesen Pfad entlang, bis er merkte das es doch zügiger ginge,
weil die beiden Kameraden in kürze schon ankommen könnten und er seine Ausrüstung
noch aufstellen muss.

Der Pfad machte nach einigen Minuten marschieren, hinter dichten Büschen ein bogen.
Dies erkannte Nitrat als gefählich an, da man dahinter keine Personen feststellen könnte.
Er lief dementsprechend vorsichtiger und schaute umher wo man eventuell abürzen könne...
alles klar, ab durch den Wald dachte er zu sich und spurtete los machte ein bogen
und war hinter den dichten gebüsch.
Hier stellte er fest, das die Entscheidung goldwert war.
Eine Stolperfalle ist an einer Claymore befestigt, das hätte richtig schief gehen können.

hmm wieso ist unser Sprengstoffexperte Ypsilon nicht hier,derkönnt das besser
dachte Nitrat zu sich, nahm tief luft und genügend mut, um diese Claymore zu entschärfen.
Man weiß ja nie ob man die Claymore noch gebrauchen kann, kostenlos.

Er brauchte einen moment und ein stück holz, um den auslöser sicherzustellen.
hoffentlich hällt das teil da drinne

Geschafft, leicht geblässt stand er wieder auf, verstaute die Claymore in seiner
seitentasche am Holster. Nun ging es weiter in richtung Nordwest zur Hütte.
Nach einem kurzen marsch war er dann auch schon da und durchsuchte die Gegend erstmal
auf Fallen und Gegnern, aber es schien sauber zu sein. Die Hütte sah verlassen und alt aus,
von daher dürfte da keiner mehr drin wohnen.

Nitrat holte seine Lee Enfield vom Rücken, legte sich hin, richtete die Waffe
aus und schaute durch das 10x Zielfernrohr wo der weiße Toyota sich befindet.
Soweit alles gut, er sah den Wagen auf einem abgelegenen platz zu fahren.

hoffentlich trifft der Typ vom Innenministerium bald ein dachte Nitrat zu sich, und wartete auf ein Funksignal der Kameraden.
Nitrat
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 13. Aug 2011 09:57

"Ich hasse Marktplätze", meinte Sarge zu Yps ehe sie sich trennten. "Wenn da was schiefgeht dann wirds sofort hässlich. Im Bosnienkrieg haben die Serben gerne Mörser benutzt um mitten in die Menge zu feuern. Aber so extrem scheint es hier noch nicht zu sein."
Yps nickte nur, dann bog er nach rechts ab um den Markt aus einer anderen Richtung zu betreten während der Sarge geradeaus auf der gepflasterten Straße blieb. Touri zu spielen war nicht unbedingt seine Lieblingsrolle, aber dennoch war es wichtiger auf Nummer sicher zu gehen. Also strolchte er über den Platz, hielt an einigen Ständen an und versuchte mit seinem seeehr gebrochenen spanisch etwas zu Rande zu kommen. Die größte Gefahr ging dabei von freilaufenden Hühnern und scheißenden Kühen aus. (Na wenigstens Leben die noch und werden nicht auf offener Straße geschlachtet, abgezogen und öffentlich abgehängt wie in anderen Ländern. ) Die Händler waren eine andere Sache. Immer versuchten mindestens drei oder vier Leute ihm lautstark irgendetwas anzudrehen. Von Tonfiguren und Sombreros bis hin zu allerlei essbarem. Bei all dem Andrang fiel es ihm schwer noch ein Auge auf potenzielle Wächter, Spione oder Zuträger zu erhaschen. Die Leute hier schienen unbekümmert und er sah nichts was darauf hindeutete das sie kurz gehalten wurden. Er prägte sich auch die Häuser ringsherum ein. Einige waren Glaspaläste, andere aus der Kolonialzeit. Wichtig war für ihn nur wieviele Fenster und Öffnungen auf ihren Treffpunkt wiesen. Nach über einer halben Stunde hatte er den Markt hinter sich gebracht, war um ein paar Dollar ärmer, dafür um ein warmes Essen reicher; und unter seinen Stiefeln konnte er keinen Kuhmist finden. Eine Seitenstraße weiter traf er wieder auf Yps.
"Gibt drei potenzielle Punkte von wo man unseren Treffpunkt überwachen kann", sage er zu Yps. "Das Telmex Gebäude, dieser große Glaspalast am Südende; ein sicherheitstechnischer Albtraum. Zweitens das dreistöckige Restaurant mit der Dachterrasse. Drittens, wie hier üblich, der Kirchturm. Aus allen drei Ecken kann man uns fertigmachen. Schlage vor das wir mit unserem Informanten einen Spaziergang machen oder was essen gehen, aber hier draußen will ich nicht länger bleiben als nötig."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 13. Aug 2011 20:22

Nitrat empfing ein Funkspruch von Yps:
"Hey Nitti, Sarge meinte das es 3 potenzielle Ziele für ein Hinterhalt gibt. Schau dir mal die Plätze
genauer an, einmal das Telmex Gebäude, das dreistöckige Restaurant mit der Dachterrasse, und die Kirche.
und gib Rückmeldung bei Feinpräsenz"

"OK" hauchte Nitrat in sein Funkgerät und schaute zum Restaurant, da sind jede menge Leute
die grade Ihr Essen und Trinken genießen. Darunter könnten sich auch Schläferzellen oder direkt
die Attentäter sich aufhalten. Essen würd ich grade nicht mit einem Innenminister dort, fällt zu
sehr auf und ist sehr undurchschaubar. Auf den Dächern jedenfalls ist keiner zu sehen.
Die Dachterrasse scheint leer zu sein, jedenfalls sind da keine Gäste und auch keine Tische aufgestellt.

Im Telmex Gebäude konnte man nicht gut erkennen, hinter welchen Loch sich ein Heckenschütze sich verbirgt.
Die konstruktion ist ein Horror für mich, hunderte von Fenstern, ein Aussichtsturm und wie eben schon gesehen,
zuviele einbuchtungen Luftlöcher. Diese Bauweise kotzt mich echt an.

Der Kirchturm hat zwei bis drei fenster die weit offen stehen. Hier kann ich sehr gut reinsehen und niemand
könnte sich vor mir sein Scharfschützengewehr verbergen. Absolute Dummheit wer sich da nun reintraut.

Nitrat schaltete sein Funkgerät ein und teilte dies Yps mit. Meine Einschätzungen zu Folge müsste ein
Heckenschütze im Telmex Gebäude sein, da sind einfach zuviele Fenster usw die ich von hier Beobachten muss.
Wenn ich 30-40 minuten zeit bekomme, könnte ich hier zum gegenüberliegenden Berg laufen, aber das
Treffen mit dem Innenminister ist in 20 minuten, das werde ich nie schaffen, auch wenn ich rennen müsste.
Warte auf Anweisungen
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 14. Aug 2011 13:11

Yps und Sarge standen immer noch in der Seitenstraße und warteten als an der Kreuzung vor ihnen plötzlich vier uniformierte und bewaffnete Polizisten auftauchten. Sie gingen in einer Diamantformation die typisch für Personenschützer war. In ihrer Mitte ging ein Mann mit grauem Anzug und schwarzer Krawatte. Die fünf blieben vor den beiden stehen. Der Anzugträger nahm seine Brille ab und nuschelte in seinen Schnurrbart.
"Buenos Dias Senores. Wenn sie bitte so gütlich wären ihre Waffen zu übergeben und uns zu folgen steht ihrem Gespräch nichts mehr im Wege. Aber es ist nicht sicher hier draußen."
An der Kreuzung konnte Sarge jetzt eine kleine Kolonne von Fahrzeugen erkennen. Vorne und hinten jeweils ein schwarzer Ford F150 mit weiteren Bewaffneten, in der Mitte ein silberner Lincoln dessen hinteres Fenster geöffnet wurde.
(Offensichtlich haben die Typen hier zu viele schlechte Filme gesehen denn sie wollen das wir mitfahren. Da kann ich mir ja gleich ne Zielscheibe auf die Brust binden. Aber die Jungs sehen nicht so aus als ob sie Spass verstehen.)
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 14. Aug 2011 20:47

"Position halten, Nitrat. Wir sind hier weit genug ausserhalb des Krisengebiets, ich erwarte hier keine feindlichen Scharfschütze, ich will nur ein Ass im Ärmel behalten, behalt uns einfach immer im Auge und melde dich, wenn wir dein Blickfeld verlassen."
Ypsilon musste sich selbst loben. Die kleinen, kaum sichtbaren Knöpfe im Ohr waren zusammen mit den Miniaturmikros am Kragen eine perfekte Kombination. Ein offensichtliches Funkgerät wäre hier zu auffällig gewesen, aber so nahm niemand Notiz davon, wie der Söldner kaum merklich flüsterte, wohl wissend, dass ihn alle anderen verstehen konnten, als würde er neben ihnen stehen.

Eine Seitenstrasse weiter traf er wieder auf den Sarge. Nitrat schien sie immer noch im Blickfeld zu haben, jedenfalls hatte er sich nicht anderweitig gemeldet. Ypsilon sah auf seine Uhr und als er den Blick wieder auf seine Umgebung richtete, sah er sie.
Anfänger. Unverkenbar. Die guten Leute, die wussten wie eine solche Übergabe durchzuführen war, waren alle irgendwo im Ausland unterwegs, um dort die Geschäfte ihres Landes zu vertreten.
Übrig blieben jene, die entweder zu viele schlechte Agentenfilme gesehen hatten und wie eine noch schlechtere Agentenverunglimpfung als James Bond unterwegs waren. So auffällig unauffällig, dass es einem schon beim Hinsehen Schmerzen bereitete.
Oder es war das hier. Ein karieregeiler Vollidiot, der sein langweiliges Politikerleben verschönern will, indem er mit einer kleinen Privatarmee aus seiner schwer gesicherten Behausung ausfährt, um einem Haufen Söldnern zu zeigen wer der Boss war.
Ypsilon sah sich um, niemand in der Nähe, der ihnen zuhören konnte, da wurden sie auch schon auf Englisch angesprochen. Er steckte sich betont langsam eine weitere Zigarette an, bevor er antwortete.
"Sollte das ihre Vorstellung von einer unauffälligen Übergabe sein, bei der wir möglichst wenig Gefahr laufen von irgendwelchen Spitzeln bemerkt zu werden, dann hätte ich diesen Auftrag wohl nicht annehmen sollen. Was denken sie sich dabei?"

Ypsilons Stimme klang vollkommen ruhig und sachlich, dennoch zuckte sein Gegenüber zusammen, als wäre er von einer Peitsche getroffen worden.
"Sie werden nachher in aller Ruhe in ihr bewachtes Zuhause zurückfahren und uns hier mit einer Zielscheibe auf der Brust zurücklassen? Sie haben uns bezahlt, damit wir ohne irgendwelche weitere Unterstützung die Drecksarbeit für sie erledigen, für solch einen Auftrag ist ein gewisses Vertrauensverhältnis nötig und das ist im Moment nicht gegeben. Ich hätte grosse Lust den Auftrag damit als erledigt anzusehen und ihnen ihre Anzahlung zurückzuschicken sobald wir das Land verlassen haben."
Der Mann zuckte erneut zusammen, seine Begleiter sahen etwas verwirrt aus, sie schienen nicht jedes einzelne Wort verstanden zu haben.
Dafür knackte das Mikro in seinem Ohr, Nitrat und commandant hatten die ganze Zeit mitgehört, da er den die Funktaste an seiner Hand nicht losgelassen hatte.
"commandant hier, habe Position gewechselt, bin jetzt mit dem Wagen drei Strassen nördlich des Marktes."
"NItrat hier, freies Schussfeld auf euch und den Konvoi."
Mittlerweile hatte sich auch ihr Gegenüber wieder gefasst.
"Sie wollen von unserem Vertrag zurücktreten?" meinte er mit einem leichten und vor allem gekünstelten Lächeln.
"Ich könnte sie auch wegen Waffenbesitzes festnehmen lassen, die Gesetze hier sind recht streng, wissen sie?"
"Das könnten sie natürlich. Aber sie können nicht alle von uns festnehmen. Meine Leute sind es gewohnt aus einem Land zu verschwinden ohne aufzufallen. Und was sie dann an unsere Agenturen weitergeben würden, würde ausreichen, um ihr Land auf die schwarze Liste zu setzen. Wie würde sich das wohl auf ihre Karriere auswirken, wenn sie dafür verantwortlich wären, dass keine vertrauenswürdige Söldneragentur der Welt mehr für ihr Land arbeiten würde?"
Volltreffer, er wankte, dieses Argument hatte ihn hart getroffen, aber er war noch nicht bereit aufzugeben.
"Und warum sollten wir so grossen Wert auf eine vertrauenswürdige Agentur legen?"
"Ganz einfach. Ein Mitarbeiter einer nicht vertrauenswürdigen Agentur, würde ihnen jetzt lachend einen Fernzünder unter die Nase halten und ihnen mitteilen, dass der die Hälfte dieses doch recht belebten Marktplatzes hinter uns mit Sprengstoff gepflastert ist. Dann würde er ihnen einen ausreichend grossen Betrag abknöpfen und gehen und sie würden ihn nie wiedersehen.
Ein Mitglied einer vertrauenswürdigen Agentur, also ich zum Beispiel, würde den Marktplatz auch mit Sprengstoff gepflastert haben, allerdings würde der Zünder bei jemandem sein, den sie nicht sehen können, der aber sehr wohl uns sehen kann.
Um das ganze jetzt etwas abzukürzen, wir werden jetzt den langsam den Marktplatz überqueren, von hier nach Westen. Sollten sie es schaffen uns die Unterlagen unauffällig zu übergeben, bevor wir den Marktplatz komplett überquert haben, bleibt der Vertrag bestehen und wir werden unseren Auftrag ausführen. Wenn nicht, werden sie nie wieder etwas von uns hören und wir behalten ihre Vorauszahlung für unsere Unkosten. Aber da wir ja eine vertrauenswürdige Agentur sind, erhalten sie selbstverständlich in beiden Fällen Informationen, wo der Sprengstoff versteckt ist."

Ihr Gegenüber war blass geworden.
"Sie, sie bluffen."
"Denken sie? Denken sie eher noch einmal über ihre Karriere nach und überlassen sie das weitere Denken ihrem Chef da hinten im Wagen," antwortete Ypsilon, drehte sich um, gab dem Sarge ein Zeichen ihm zu folgen und ging betont langsam in Richtung des Marktplatzes davon.
Nach einigen Metern konnten sie Schritte hören, die sich rasch in Richtung des Konvois entfernten.
"Nitrat, was siehst du?"
"Sie gehen zurück zum Konvoi. Der Typ ist eben in den Lincoln eingestiegen. Niemand folgt euch."
"Okay, Position halten und Meldung machen. commandant, Abfahrbereit machen und auf weitere Anweisungen warten. Ihr habt alles mitgehört, sollte etwas schiefgehen, seht zu, das ihr die Ausrüstung loswerdet und verschwindet. 20 Meilen südlich von hier gibt es einen Flughafen, nutzt aber besser den Flughafen 40 Meilen östlich von hier."
Sie hatten den Marktplatz fast erreicht, als Ypsilon den Blick des Sarges bemerkte.
"Nein, hier ist kein Sprengstoff auf dem Markt, ich habe nicht vor Unschuldige zu töten. Aber das wissen die nicht, diese Kerle kennen nur einen Teil meines Profils, dementsprechend werden sie mir einiges zutrauen und das nutzen wir jetzt. Wir werden jetzt ein paar grössere Bögen laufen, damit es so aussieht, als würden wir bestimmte Bereiche meiden."
Sie hatten den Markt erreicht.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 14. Aug 2011 21:50

Nach einer halben Stunde im Wagen ausharren wurde es commandant etwas warm hinter der Scheibe. Obwohl die Fenster heruntergekurbelt waren, war es der reinste Backofen. "Ob ich jetzt hier drinnen sitze oder mir noch etwas die nähere Umgebung macht auch keinen Unterschied, auffallen werde ich bei beiden Aktionen mehr oder minder". Er stieg aus und begann sich die näheren Häuser und Läden etwas genauer anzuschauen, dabei aber darauf achtend den Wagen nicht aus den Augen zu verlieren. Erstaunt entdeckte er einen "High-Tech-Laden", wobei dort alles angeboten wurde, was irgendwie einen Mikrochip eingebaut hatte. Man konnte alte Desktop PCs sehen, die bald so alt waren wie er selber, aber auch neuere Handys. "Den Laden muss ich mir merken, falls wir etwas benötigen sollten. Bestimmt ein Händler der alles hortet dessen er habhaft werden kann".
Nachdem die Uhr endlich Richtung 19.00 Uhr vorrückte begab er sich zurück zum Wagen und studierte im Navi den Stadtplan genauer. "Von der momentanen Position aus kommen wir hier nur schlecht weg, wenns brenzlig wird. Lieber etwas näher an den Marktplatz ran und von dort aus mehr Optionen haben." Dort angekommen war es auch schon kurz vor Treffpunkt und er wartete auf die Dinge die kommen sollten. Nachdem er Ypsilons erste Sätze vernommen hatte war er froh über seine Standortänderung und informierte seine Teammitglieder über seinen neuen Standort.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 14. Aug 2011 22:36

Nachdem Nitrat Ypsilon und den Innenminister zugeschaut hat, wie sie den Marktplatz erreichten, fragte er
kurz durchs mikro ob Ypsilon die Pläne erhalten hat, oder ob die Plauderstunde noch länger dauert, das sich der
Innenminister mal dazu entschliesst die Infos rüberwachsen zu lassen, damit wir unseren Job endlich erledigen können.
Wir sind hier schliesslich nicht zum Urlaub machen da, sondern wir sollen dem Auftraggeber ein paar unannehmlichkeiten beseitigen.

Ich ging nochmal einige Positionen mit dem Zielfernrohr entlang um Heckenschützen ausfindig zu machen.
Kirchturm, immernoch leer um den Restaurant herum wird es leerer. Mir fiel aber ein Typ in dunklerer Kleidung auf.
Er trägt einen schwarzen, langen Trenchcoat. Um diese Jahreszeit und gefühlten 30° am abend, müsste der doch wie hulle schwitzen.
Unter dem Mantel könnte man locker eine Schrotflinte oder Sturmgewehr verstecken, aber solche ausbeulungen finde ich nicht.

Nitrat bat Sarge und commandant sich den mal anzuschauen wenn er sich in Sichtweite befindet.
Es sollte ja nicht so ein Massaker werden, wie bei einen seiner älteren Aufträgen damals in Nizza.
Dort musste man mit einer wilden Verfolgungsjagt mit der Polizei sich rumschlagen, am Ende
war das halbe Team, einige von der Polizei die Killer vom Auftraggeber und mehrere Zivilisten tot.

Am Telmex Gebäude hingegen hat sich was getan, eine vermummte Gestalt hat sich in einigen der oberen Etagen niedergelassen.
Ob es einer vom Wachdiensthabenden des Gebäudes ist, oder ein Scharfschütze, kann ich noch nicht erkennen.
Ein Scharfschützengewehr sehe ich jedenfalls noch nicht, ich bleibe erstmal in seiner Richtung ob sich da was eher tut.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 16. Aug 2011 21:17

"Negativ, keinen Sichtkontakt", hauchte Sarge in sein Mikro, dann wandte er sich an Yps. "Diese Aktion ist ja komplett in die Hose gegangen. Wenn diese Helden allerdings jetzt auf den Gedanken kommen die Übergabe doch noch durchzuziehen können wir uns hier nicht mehr sehen lassen. So oder so sollten wir hier verschwinden. Nächster Schritt? Es wäre sinnvoll wenn wir uns ins Safehaus zurückziehen. Auspacken, ausrüsten, ne Runde pennen für alle. Wir machen nen neuen Treffpunkt aus. Sollen die Typen uns da treffen. Zu unseren Bedingungen und nicht anders."
Er sah in die Seitenstraße zurück. Dort fuhr der Konvoi anscheinend los.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 17. Aug 2011 09:59

"Abwarten," erwiderte Ypsilon.
"Wie schon gesagt, wenn sich keiner blicken lässt, vergraben wir die Ausrüstung irgendwo, werden den Wagen los und setzen uns ab und das verdammt schnell. Wer weiss, wie diese Amateure reagieren, wenn sie merken, dass das ernst gemeint war. Ich hätte euch eher den gesamten Lohn aus eigener Tasche gezahlt, als mit solchen Idioten zu arbeiten."
Sie konnten mittlerweile das westliche Ende des Marktplatzes sehen, eine Seitenstrasse dahinter sahen sie den Konvoi langsam vorbei fahren. Ypsilon wandte den Kopf in die von Nitrat angegebene Richtung, er war um einiges grösser als die Anwesenden und konnte sich einen besseren Überblick verschaffen, aber da war nichts.
Als er sich wieder umdrehte, sah er auch schon ihren Freund näher kommen. Auch wenn er nun etwas anders aussah. Sein Jacket hatte er abgelegt, seine Krawatte war auch weg und das obere Drittel seines Hemdes hatte alle Knöpfe verloren, wodurch es offen stand. Fast sah er wie ein normaler Mensch aus. Seine Wachhunde waren nirgends zu sehen.
In seinem Gesicht war Angst zu sehen, Angst um seine Karriere und um das, was ihm hier auf dem Marktplatz ohne seine Wachhunde passieren konnte und Wut. Wut weil sein Chef wohl irgendwie mehr Ypsilon zustimmte, als ihm und deutlich gemacht hatte, wer bei einem Fehlschlag verantwortlich gemacht wurde.
Unter dem Arm trug er die hiesige Abendausgabe der Zeitung und als er Ypsilon sah, kam so etwas wie eine stille Bitte in seinen Blick. Ypsilon machte den Sarge mit einem leisen Räuspern auf den Mann aufmerksam, dann tat er ihm den Gefallen. Er machte einen kleinen Umweg zu einem Zeitungsverkäufer, der lautstark die letzten Exemplare der Abendausgabe loswerden wollte, erwarb eine davon, schrieb eine kurze Notiz auf Seite zwei und ging wieder zu dem Sarge zurück.
Der Marktplatz war immer noch recht belebt auf dieser Seite, hauptsächlich Leute, die ein Abendessen an einem der hier zahlreich vertretenen Stände kaufen wollten. Und auf eben dieses Gewühl gingen sie zu.
Der Andere ebenso, wenn auch von der anderen Seite. Ypsilon sah ihn an, in der Anspannung in seinem Gesicht war auch so etwas wie Erleichterung zu sehen, aber seine Hände zitterten leicht.
Es war eine der leichtesten, aber auch effizientesten Übergaben, da man sie in einer Menschenmenge nahezu unmöglich sehen konnte.
Üblicherweise klemmte man sich die Zeitung unter den Arm und während man nach der Zeitung des Gegenübers griff, ließ man die eigene locker, so das auch sie gegriffen werden konnte, alles in einer fliessenden Bewegung.
Nun, üblicherweise.
Mit einem Amateur jedoch, der im Moment wohl nicht einmal seine Nase putzen könnte, ohne sich ein Auge auszustechen.
Jetzt liefen sie fast aneinander vorbei, der Sarge lief ein Stück schräg hinter Ypsilon, so dass er mit seinem Körper den Blick eines Verfolgers abschirmen konnte.
Ypsilon sah seinen Gegenüber an, von seiner arroganten Art war nicht mehr viel übrig, er sah Ypsilon an und wollte gerade nach der Zeitung greifen, als Ypsilon ein kurzes, kaum hörbares "Nein" flüsterte.
Dann ging es schnell, unglaublich schnell. In einer einzigen fliessenden Bewegung ließ Ypsilon die unter den Arm geklemmte Zeitung in seine rechte Hand rutschen, griff mit er linken nach der Zeitung seines Gegenübers.
Unglaublich schnell zog er sie heraus und steckte seine eigene unter dessen Arm, während er die gerade entgegengenommene unter seinen steckte.
Alles in allem hatte die Übergabe nur einen Augenblick gedauert, ohne dass einer von beiden den Schritt durch die Menge verlangsamen musste.
Es war Routine für ihn. Heute konnte man alle wichtigen Daten auf eine winzige Speicherkarte speichern und diese weiterzugeben war ein Kinderspiel. Ypsilon gehörte noch zur alten Garde, für die ein Microfilm schon das höchste der Gefühle war und sogar das war selten gewesen damals.
Wie oft hatte er Informationen weitergegeben, oder Anweisungen empfangen? Und das zum Teil mitten in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten? Da war das hier ein Kinderspiel.
Einen Augenblick später waren am Ende des Marktplatzes und verschanden in einer Seitenstrasse.
"Und jetzt sehen wir zu, dass wir hier wegkommen," sagte Ypsilon über Funk zu die anderen und zu dem Sarge neben ihm.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 19. Aug 2011 16:44

"OK, dann Abmarsch", sagte Sarge zu Yps und behielt die Menschenmenge im Auge. Es blieb ruhig. Anscheinend hatte wirklich niemand etwas mitbekommen.
"Ist das Beste wenn wir uns trennen und commandant sammelt uns vorne an der Kreuzung ein. An zwei verschiedenen Ecken; schön unauffällig."
Yps nickte knapp und beide trennten sich. Langsam und bedächtig, ohne jemanden auf sich aufmerksam zu machen arbeitete er sich wieder einmal durch die Menge. Er nahm nicht den Weg den er gekommen war sondern bog eine Querstraße eher ab. Die Häuser hier waren ummauert und mit verschlossenen Toren versehen. Die Straße selbst war leer. Sarge konnte auf einigen der Mauern die Masten von Überwachungskameras erkennen und entschloss sich diese großräumig zu umgehen. Das würde ihn für etwa zwei Minuten außerhalb von Nitrats Überwachung bringen aber er wollte nichts riskieren. Er bog bei der ersten Möglichkeit rechts ab, durchschnitt einen Trampelpfad der zu einer Querstraße mit kleinen Handwerksläden führte und überbrückte schnell die Entfernung zum nächsten Block. Ganz hinten konnte er den Lincoln vorbei fahren sehen. Dann schwenkte er wieder nach links und war kurz darauf wieder nahe dem Punkt wo die beiden sich vorher getrennt hatten. Der weiße Land Cruiser wurde jetzt sichtbar. Er wartete kurz bis vor ihm eine kleine Gruppe junger Mexikaner auftauchte, ließ sie an sich vorbeiziehen und benutzte sie als Sichtschutz um ins Auto zu steigen.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 19. Aug 2011 18:05

Nitrat hielt so lang die überwachung von Yps aufrecht, als Sarge ausser Sichtweite war.
Langsam aber sicher sind alle im Land Cruiser eingestiegen, nun klappte Nitrat das zweibein vom
Scharfschützengewehr ein, klemmte es auf seinen rücken und lief den weg hinunter wo er her kam.
Eine Abkürzung bei den knapp bemessenen 50 metern klippe ist hier nicht möglich.
Es wurde zunehmend dunkler, ein weicher Wind hauchte durch die Blätter und Ästen der
umliegenden Bäume und es war auch merkbar kühler geworden, nahm Nitat mit freude zur kenntniss.
Er steht ja nicht so auf hitze, hat aber kein problem damit, wenn er schwitzen muss, das kann man dann halt nicht verhindern.

Als Nitrat am Wegesrand ankam, lief er den Kameraden entgegen und wurde leicht nervös, als er über die Sache nachdachte.

Auf einem kleinen Speicherchip sollen alle Daten drauf sein !

Was wäre, wenn wir den Chip im lesegerät haben und dies dann per virus infiziert wird ?
Oder, im lesegerät eingesetzt, könnte ja auch ein Signal zum Empfänger gesendet werden,
um es dann per Fernzündung zu zerstören, mitsamt den Leuten die in unmittelbarer nähe sind ?
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 20. Aug 2011 03:43

Als Ypsilon und der Sarge sich getrennt hatten, ging Ypsilon die Strasse entlang ohne sich umzusehen. Die Strassen waren noch recht belebt, aber die meisten Menschen kamen ihm entgegen und gingen in Richtung des Marktes, die Sonne stand schon tief und ein leichter Wind erfrischte ihn.
Plötzlich bog er in eine kleine Seitengasse ab und tauchte in einem Hauseingang unter. Er wartete einige Minuten und als niemand in die Gasse kam, verließ er sie wieder und ging weiter. Langsam schlenderte er in die Strasse, in dem der Wagen stehen sollte, als er um die letzte Strassenecke bog, sah er gerade noch wie der Sarge sich auf den Fahrersitz setzte, während commandant, der zuvor noch an einer Hauswand gelehnt hatte auf dem Rücksitz einstieg. Er ging auf den Wagen zu, sah sich noch einmal um und nahm dann auf dem Beifahrersitz Platz.
Der Sarge fuhr los, umrundete den Marktplatz weiträumig und verliess die Stadt auf der gleichen Strasse über die sie hinein gefahren waren, um Nitrat einzusammeln.
Schliesslich sahen sie ihn am Strassenrand in ihre Richtung laufen und hielten neben ihm an.
Während Nitrat seine Ausrüstung auf der Ladefläche verstaute, zeigte Ypsilon dem Sarge auf der Karte den Weg zu ihrem Unterschlupf, etwa 50 Meilen nördlich der Stadt, mitten im Nirgendwo und mitten im Kartellgebiet.
Der Spass konnte beginnen.
Der Söldner ließ die Hand neben seinen Sitz gleiten, die Schrotflinte lag immer noch an der gleichen Stelle. Bald würden sie mehr als nur ihre Pistolen tragen.
Und so sicher wie eben würden sie sich so bald nicht mehr durch eine Stadt bewegen können. Aber die Leute vom Kartell würden auch bald nicht mehr sicher sein.
Er schlug die Zeitung auf, nahm den Ordner der darin lag heraus und öffnete ihn.
Es war das übliche Material, mehrere Karten, auf denen mit Textmarker die bekannten Kartellbesitztümer markiert waren, manche Bereiche waren nur grob eingekreist und mit Fragezeichen versehen. Besitzstatus ungeklärt.
Neben den meisten Markierungen waren Buchstabenkürzel, die man anhand der kleinen Legende zuordnen konnte. Waffenlager, Drogenlager, Plantage, Umschlagplätze, Privathäuser deren Bewohner Tag und Nacht die Strassen beobachteten.
Ypsilon erkannte auch andere Markierungen, Telefonleitungen, Stromleitungen, sogar Funkmasten für Mobiltelefone waren eingezeichnet. Die Infrastruktur war erbärmlich, ein Kinderspiel sie zu stören, wenn es nötig werden würde. Es folgte eine Liste von Kennzeichen, teilweise sogar mit den Namen der Besitzer. Ein Stapel Fotos war auch dabei, ein Teil der Führungsriege des hiesigen Kartells, Primärziele, wie die Offiziere auf dem Schlachtfeld, er würde sie später an Nitrat weitergeben, damit dieser sich die Gesichter einprägen konnte. Aber auch die anderen sollten sich die Gesichter merken, wer wusste schon, wann man ihnen über den Weg laufen würde.
Eine weitere Karte, hier waren die Routen eingetragen, die die Drogentransporte vermutlich nutzen. Die Karte reichte weit genug nach Norden, dass die Grenze zu den Vereinigten Staaten darauf zu sehen war.
Mehrere Meilen vorher endeten die Routenmarkierungen in Fragezeichen. Ypsilon erinnerte sich, dass Drogenschmuggler in dieser Gegend gerne Tunnels nutzen, um ihre Ware über die Grenze zu bekommen. Der Gedanke in einen solchen Tunnel hinein zu müssen grauste ihn, eher würde er die verdammten Tunnel einfach sprengen und Ende.
Andere Routen gingen zur Küste. Schiffe also, je nach dem wie reich die Kartelle waren, konnte es auch sein, dass sie alte U-Boote gekauft hatten, um der Küstenwache zu entgehen.
Der Rest der Unterlagen war eine bunte Mischung aus Notizen, Fotos von bewaffneten Kartelmitgliedern, auf denen man besonders gut ihre Bewaffnung studieren konnte, andere Fotos zeigten Menschen, die sich mit dem Kartell angelegt hatten. Tote Menschen.
Es gab auch Skizzen, an welchen Positionen die Menschen lagen und von wo auf sie geschossen worden war. Keine wirklich herausragende Taktik.
Andere Berichte, bei denen es nicht nur um einen einfachen Verräter ging, sondern um einen Staatsanwalt, zeigten schon eher ein gewisses militärisches Verständnis.
Es gab also nicht nur Kanonenfutter, sondern wohl auch Ex-Militärs, die dem Ruf des Geldes gefolgt waren.
Gemeinsam hatten sie alle eine unglaubliche Brutalität.
Es war schon dunkel, als sie ihren Unterschlupf erreichten, das Gelände hier war karg bewachsen und gebirgig. Die Zufahrt war wirklich kaum zu sehen, die Strasse machte einen scharfen Knick und in dieser Kehre, verdeckt von mehreren Büschen, ging ein kleiner enger Weg ab, der durch einen engen Hohlweg in ein kleines gut überschaubares Tal führte, in dem das Haus lag.. Das Gebäude selbst war nicht wirklich gross und presste sich an eine überhängende Klippe, so dass es auch von oben nicht gut zu sehen war. Eine der Überlandleitungen verlief nahezu direkt über dem Haus, so dass sie Strom hatten und in den Haus kam direkt eine Wasserquelle aus dem dahinterliegenden Berg, so dass sie auch diesbezüglich versorgt waren. Der Proviant, den sie mitgebracht hatten, würde bei vier Leuten etwa zwei Monate reichen, im Notfall auch drei.
Sie hielten vor dem Gebäude und überprüften es, es war sicher, wenn auch wirklich nicht sehr gross. Zwei Schlafzimmer mit je zwei Betten, ein winziges Bad mit einer alten Badewanne aber immerhin einem Ölofen, der für warmes Wasser sorgte und einem etwas grösseren Wohnraum mit einer kleinen Kochnische.
Die Männer luden ihre Ausrüstung ab und warfen ein Tarnnetz über den Wagen, bevor sie sich ins Haus zurückzogen. So heiss die Tage in dieser Gegend auch waren, die Nächte waren unangenehm kühl, so dass sie ein kleines Feuer im Herd entfachten, um auch ein Abendessen zu kochen und um sich zu waschen.
Nacheinander zwängten sie sich in das enge Bad, in dem wohl sogar ein Hobbit Zustände bekommen hätte.
Nitrat, der doch etwas rundlicher war, fluchte ausgesprochen farbenfroh, während er Akrobatikübungen absolvierte, die er Waschen nannte.
Ypsilon, der um einiges grösser und vor allem kräftiger gebaut war als die anderen, fluchte noch um einiges fantasievoller in allen ihm bekannten Sprachen. Denn während Nitrat "nur" an der Wand und dem Waschbecken hängen blieb, kamen bei Ypsilon noch Kontakte mit der Badewanne, dem Spülkasten der Toilette und der Decke dazu.
Mittlerweile hatten alle Beteiligten die Unterlagen durchgesehen und sich ihre Gedanken machen können und nach dem nicht erwähnenswerten Abendessen versammelten sie sich um den Kamin im Wohnzimmer, um ihr weiteres Vorgehen zu besprechen.
Die Vorhänge an den Fenstern waren geschlossen, so dass kein Licht nach aussen fiel, doch das Tal war still und verlassen.
Ypsilon lehnte sich in dem alten Sessel zurück, der bedenklich unter seinem Gewicht knirschte, zog an seiner Zigarette und sah die anderen an.
"Nun? Wie ist eure Meinung zu den Informationen, die wir jetzt haben? Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, wo wir als erstes zuschlagen sollen?"
Er warf die heruntergerauchte Zigarette ins Feuer.
"Ich würde sagen, dass wir morgen früh erstmal unsere Ausrüstung auspacken und bereit machen, dann können wir uns auch mal ein paar Sachen selbst ansehen, die Unterlagen scheinen recht aktuell zu sein, aber ich bin da gerne sicher. Ausserdem würde ich sagen, dass wir gleich mit ausreichender Ausrüstung und Bewaffnung ausrücken, damit wir uns im Notfall entsprechend verteidigen können, oder wenn sich für uns eine Gelegenheit ergibt."
Er beendete den Satz nicht und sah die anderen an, um ihre Antworten zu hören.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 20. Aug 2011 13:26

"Wir sollten auf jeden Fall damit anfangen ihre Nachrichtenverbindung zu unterbrechen. In Afghanistan haben die Taliban mit RPGs auf Mobilfunkmasten geschossen. So haben sie kleine Stützpunkte von der Außenwelt abgeschnitten und dann überfallen. Aber ich denke das wäre für unsere Zwecke ein wenig zu auffällig, es sei denn wir führen parallel ähnliche Aktionen durch. Wenn es uns aber gelingt unerkannt ihre Verbindungen lahmzulegen können wir uns egal wo wir zuschlagen darauf verlassen dass sie keine Verstärkung herbeirufen können. Der Trick wird sein nur die Wege abzuschalten die vom Kartell benutzt werden. Die Zivilisten sollten davon nichts mitkriegen."
Sarge verzog das Gesicht als ihm ein böser Gedanke kam. Er suchte auf der Karte nach einer bestimmten Verbindung mehrerer Anlagen. Er fand sie und zeigte darauf.
"Hier. Da kreuzen sich eine der Transportrouten und eine Überlandtelefonleitung, und dieses Haus scheint eine Art Verteiler zu sein. Wenn wir es hinkriegen das die Jungs vom Kartell einen Unfall haben und, dummerweise und rein zufällig natürlich, dieses Haus mitsamt Leitung zerlegen dann haben wir eine Sorge weniger. Das zu reparieren wird dauern. Dann haben sie nur noch Funkgeräte und Mobilfunk. Erstere sind kein großes Problem. Durch all die Hügel und Caynons sind die nur innerhalb der Täler nutzbar, es sei denn sie haben eine größere Funkstation auf einem Bergrücken. Ich sehe aber auf der Karte keinerlei große Antennen. Mobilfunk ist für uns ebenfalls keine Hürde."
Die drei sahen ihn mit extrem fragenden Blick an.
"Don´t ask, don´t tell", antwortete er. Ich habe etwas mitgebracht was uns dieses Problem aus der Welt schafft, und zwar besser als Dynamit oder ähnliches. Damit sollte es uns möglich sein die einzelnen Ziele zu isolieren und dann zu vernichten."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 20. Aug 2011 19:09

Nachdem commandant sein Zeug verstaut hatte ging es zur Lagebesprechung. Zum Glück verfügte die Hütte über einen Stromanschluss; er hasste es, wenn er seine kleinen elektrischen Hilfmittel mittels Akku und Solarzelle betreiben musste.
"Wenn wir die Leitungen zu auffällig zerstören wissen sie gleich was Sache ist. Aber die Idee mit dem 'Unfall' hört sich gut an, das dürfte schon einmal für etwas Ärger sorgen. Die Stromversorgung ist komplett in der Hand des staatlichen Stromkonzerns, beim Telefon hat der ehemalige staatliche Monopolist immer noch die Hauptfäden in der Hand. Wenn die genau so motiviert sind wie unsere staatlichen Mitarbeiter könnten Reparaturen durchaus etwas länger dauern. Wobei aber wahrscheinlich ein paar Leute auf der Gehaltsliste des Kartelles stehen und deren Störungen wohl schneller behoben sein dürften."
Da Sarge schon angekündigt hatte, die Mobilfunkmasten stören zu könnnen, konnte commandant seine Methoden ja erst einmal in der Hinterhand belassen.
"Prinzipiell würde ich erst einmal ein paar kleinere Ziele weiter von hier entfernt ausschalten, damit sie verwirrt werden. Falls wir direkt eines der Führungsmitglieder ausschalten werden wir hier nicht mehr viel anderes ausrichten können, aufgescheuchte Wespen sind nervig." commandant deutete auf ein Waffenlager ca. 40 Meilen entfernt: "Das sieht ziemlich abgelegen aus. Wenn wir dort zuschlagen können wir evtl. noch etwas zusätzliche Ausrüstung auftreiben und da leider nur ein Feuerball übrigbleibt fällt das Fehlen auch nicht weiters auf".
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 22. Aug 2011 02:55

Nitrat dachte sich nur So viele Aufgaben, wo sollen wir Anfangen ??

Zum Waffenlager tendiere ich eher als "unwichtig" bzw keine hohe Priorität zu markieren.
Denn an einen abgelegenen Waffenlager kann man sich selbst noch bereichern, sofern Munitionsmangel besteht.
Es wäre nicht klug dies als erstes zu zerstören. Es würde erst recht viel Aufmerksamkeit erregen, wenn
urplötzlich die Waffen Reserven des Kartells zerstört werden würden, meinst du nicht auch commandant ?

Glaube das die Kommunikation als erstes auszuschalten am besten sei.
Dann können die untereinander sich nicht mehr erreichen, und wenn wir danach zügig die anderen Ziele wie
Umschlagplätze unsicher machen, wären die vorerst geschwächt. Sollen die Leute doch aus Ihren Privathäusern
dann rauskommen, um den Schutt aufzuräumen oder was auch immer. Dann könnte Yps als Bombenexperte in
der zwischenzeit die Häuser präparieren gehen. Das wäre zwar hinterhältig, wenn wir die halbe Mannschaft in
Ihren Häusern ausschalten können, aber der zweck wäre enorm.

Ach Yps, bevor ich vergesse, habe an dem Weg zur Hütte eine Claymore entschärfen können.
Da ist noch ein holzstück drinn, der denn Zünder noch sichert. *Hier schnapp*
Yps fing die Claymore und rief zu Nitrat, ob er bescheuert sei eine Claymore im Haus rumzuwerfen.
Während Nitrat hämisch lachte, ging Yps nach draussen und verbuddelte die Claymore
am hinteren Ausgang, damit wenigstens die rückseite des Hauses schonmal gesichert ist.

Die Nacht brach an und alle waren sich erstmal einig, das es keine einigung der Primär oder
Sekundärziele gab, und gingen erstmal schlafen um für den nächsten Tag ausgeruht zu sein.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 22. Aug 2011 16:42

Der nächste Tag begann für die Söldner früh, sehr früh, man wollte einiges erledigen und damit zeitig genug anfangen.
Das Frühstück war recht sparsam gehalten, ein zu voller Bauch arbeitete eben nicht gerne. Ypsilon trank morgens nur Kaffee, den aber in unglaublichen Mengen.
Sie sassen vor dem Haus und überblickten das Tal im zunehmenden Tageslicht, gestern Abend war es zu dunkel gewesen, um sich umzusehen.
Ypsilon nahm einen Schluck aus seiner Tasse, Kaffee aus einer Blechtasse war eigentlich eine Sünde, zumal das schwarze Gold unglaublich heiss war, aber wer wollte schon richtiges Geschirr auf einem Einsatz dabei haben.
Er senkte die Tasse und sah die anderen an. Es war Zeit das Thema wieder aufzunehmen.
"Im Grunde wollen wir ja Aufmerksamkeit erregen, aber ohne dabei gesehen und erkannt zu werden. Einen Unfall nimmt man uns ab, alle weiteren wären die Mühe, es wie einen Unfall aussehen zu lassen, nicht wert, da dann eh niemand mehr an einen Unfall glaubt. Da kann ich dem Sarge nur zustimmen, dieses Gebäude sieht recht passend aus für einen Unfall."
Er sah zu Nitrat hinüber.
"So schlecht finde ich das Waffenlager nicht, in dem Moment, in dem sie merken, oder auch nur vermuten, dass da jemand ist, der gegen sie arbeitet, werden sie ihre Wachposten verstärken, dann ist jede Kugel, auf die sie noch zurückgreifen können eine zuviel. Mein Vorschlag wäre vorerst, dass wir uns dieses Verteilergebäude ausschalten und uns dann das Waffenlager vornehmen bevor sie wissen was los ist.
Dann ist wohl das Telefonnetz für einige Tage erledigt. Funkgeräte haben wir ja schon festgestellt, sind nicht wirklich effektiv in dieser Gegend, mich würde aber trotzdem interessieren was gegen den Mobilfunk effektiver ist als einfach den Sendeturm zu sprengen. Die Anlage mit irgendwelchen technischen Hilfsmitteln ausschalten halte ich persönlich für nicht wirkungsvoll, auf der Gehaltsliste des Kartells stehen bestimmt auch recht gute Techniker, die so etwas schnell beheben können, oder was hast du in der Hinterhand Sarge?"

Er nahm einen weiteren Schluck aus seiner Tasse bevor er weitersprach.
"Wie schonmal gesagt, sie werden verdammt schnell mitbekommen, dass da etwas gegen sie läuft, also habe ich kein Problem damit ihre Führungsriege auszuschalten. Aufgescheuchte Wespen sind nervig, ja, aber wenn sie nichts finden, auf das sie sich stürzen können, werden sie auch wieder müde. Ihre Wachen sind gut aufeinander eingespielt, da kommt man kaum dagegen an, aber ihr seht selbst, das Gelände ist verdammt gross. Wenn wir mal hier, mal dort zuschlagen, werden sie zwar alarmiert, aber ihr System kommt durcheinander, da sie nicht einfach weitermachen können wie bisher.
Die Lücken werden grösser, man macht mehr Fehler je mehr man versucht keine zu machen. Zuerst werden sie sauer auf uns, aber wenn sie sehen, dass wir einfach weitermachen, ohne dass sie uns kriegen, werden sie Angst bekommen, Angst davor, dass genau dieses Lager, dieser Konvoi, oder dieser Wachposten der nächste ist. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine.
Mein Vorschlag wäre, dass wir mit dem Verteilergebäude anfangen, ein Unfall eben. Dann direkt das Waffenlager, alle erledigen, mitnehmen was wir brauchen können, den Rest zerstören und dann erstmal wieder abtauchen. Vielleicht noch einen kleinen Konvoi oder Wachposten in einem ganz anderen Teil des Gebiets, damit sie merken, dass wir überall sind, oder es zumindest glauben."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 25. Aug 2011 21:50

Hmmkay stimmte Nitrat Yps zu und notierte sich kurz "Verteilergebäude ausschalten und dann das Waffenlager vornehmen"
In wiefern könnt Ihr mich wo einsetzen ? Neben dem Enfield Scope hab ich noch meine Tokarev SVT 40 mit reichlich munition für
nähere Distanz mitgenommen. Möchte mir aber am Waffenlager nach was gebrauchbares noch umschauen wollen, bevor wir es kaputt haun.
Glaube aber das ich eher mit der CZ75 losziehen werde, um bei der platzierung des Sprengstoffes
behilflich zu sein, muss da echt noch mein Fachwissen aufbessern, bekomm ich 'ne Anleitung für blinde ?
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 27. Aug 2011 16:08

"Vom Einsatz der .303 oder 7,62x54 würd ich abraten. Erstens sind diese Kaliber hier nicht üblich, zweitens sollte das irgendwann irgendeinem Ballistiker auffallen wird das Fragen aufwerfen, und drittens würdest du durch den hier unbekannten Schusslärm der Enfield oder SVT wahrscheinlich ziemlich herausstechen und alle auf dich aufmerksam machen."
Sarge drehte sich zu Yps um. "Ja, mein Koffer kann, neben anderen Sachen, auch stören. Wir müssen das aber gezielt einsetzen. Der Effekt ist in etwa so ähnlich als würde man sich im rosa Häschenkostüm vor eine Meute Jäger setzen. Und jetzt schlage ich vor wir denken uns einen Plan aus um diesen Verteiler auszuschalten."
Er sah auf die Karte und studierte das Dorf. "Es gibt dort doch mit Sicherheit irgendwelche Fahrzeuge die regelmäßig das Ding passieren. Müllabfuhr, Busse, Lieferwagen oder so was. Eventuell auch gleich Fahrzeuge des Kartells. Einen davon zur falschen Zeit manipuliert und die andere Seite der Straße so gesperrt das ihm nur noch der Weg in das Häusschen bleibt.
Es gibt doch diese elektronischen Nagelstreifen, die nicht die Reifen zerstören sondern die Fahrzeugelektrik lahmlegen. Mit Fernbedienung können wir das Ding auch selektiv benutzen. Ein einfaches Kabel mit zwei Fühlern die unter das Auto rutschen und genug Strom durchjagen um sämtliche Sicherungen durchzujagen. Und ganz unauffällig wieder einzusammeln. Gibt nur ein Problem. Ich hab keine Ahnung wie man so was baut. Ihr?"
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 27. Aug 2011 19:16

"Du has schon recht mit dem unbekannten Schusslärm, aber im Zweifelsfall, wenn es hart auf hart kommt, hab ich Nitrat lieber mit einer Waffe, die er beherrscht und die gut gewartet ist, als mit einer Notlösung, die wer weiss wie funktioniert."
Er grinste.
"Auch ein rosa Hase kann sehr gefährlich sein, glaub mir. Vor allem, wenn die Jäger nicht erwarten, dass besagte Hasen schwer bewaffnet sind.
Ypsilon steckte sich eine weitere Zigarette an.
"Theoretisch würde es reichen ein ausreichend grosses Stromkabel an ein Metallteil in der Nähe des Motors und eines an ein Metallteil in der Nähe des Hecks zu bringen und da ordentlich Saft durchzujagen. Den Insassen dürfte nichts passieren, da sie in einem Faradayschen Käfig sitzen, aber die Fahrzeugelektronik dürfte davon zerlegt werden.
Sowas auf einer Strasse inmitten eines Dorfes zu verlegen dürfte allerdings etwas schwierig werden. Ich denke eher darüber nach, ob es nicht an der Stromleitung, die in das Gebäude führt einen kleinen Kurzschluss geben könnte, der das Gebäude abbrennen lässt und vielleicht noch ein wenig Überspannung auf die Verteiler in der Umgebung abgibt. Das lässt sich auch recht einfach nachts erledigen, ohne grosse Aufmerksamkeit zu erregen.

Er nahm einen Schluck aus seiner Tasse.
"Nitrat, ich geb dir gerne mal etwas Nachhilfe in Sachen Sprengstoff, aber wenn dann hier in Ruhe in der Hütte und nicht während wir uns irgendwo in Feindesland bewegen, das ist eine hohe Kunst, die ist im Kugelhagel nur sehr schwer zu vermitteln. Ich werde mir, bevor wir losfahren ohnehin noch einige Sprengladungen vorbereiten, Zündern anbringen und ähnliches. Da kann ich dir schonmal einen groben Überblick geben und auch darüber, wie man einen Zünder entfernt ohne eine Zündung auszulösen. Ausserdem werde ich bei Gegelegenheit unser kleines Tal hier mit einigen Gemeinheiten ausstatten, da kannst du mir dann gerne helfen und dazu lernen.
Er trank seinen Becher aus und begab sich in die Hütte.
"Mehr Kaffee," grummelte er.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 30. Aug 2011 20:17

Nachdem Ypsilon mit seinem nächsten Kaffee zurückgekehrt war >>wie konnte man eigentlich soviel von diesem Gebräu in sich hineinschütten und dazu auch noch Rauchen<< legte commandant seine Sicht der Dinge dar.
"Also die Sache bezüglich Auto durch einen Stromschlag lahmlegen können wir ziemlich vergessen. Dafür müssten wir zum einen Kabel auf der Straße verlegen und zum anderen eine ordentliche Stromstärke erzeugen können. Die Idee mit dem Kurzschluss hört sich sehr gut an, da lässt sich leicht Nachts etwas an der Verkabelung drehen und das ganze so einrichten, dass über die Leitungen eine zu hohe Spannung an die nächsten Stationen weitergeleitet wird. Ich denke nicht, dass hier schon moderne Glasfaserkabel liegen. Wollen wir uns die Station heute Nacht genauer anschauen?"
"Bei dem Sprengstoffkurs würde ich gerne mitmachen, diesbezüglich besteht bei mir noch einiges an Lernbedarf."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 4. Sep 2011 13:59

"Gegen ein Nachtaktion hätte ich nichts einzuwenden. Warten wir bis Ruhe eingekehrt ist, dann starten wir heute Nacht."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 5. Sep 2011 11:29

Die nächsten Stunden nach der Besprechung vergingen schleppend, die Söldner wollten sich erst gegen Abend auf den Weg machen, damit sie die letzte Stunde Helligkeit nutzen konnten, um sich das Gelände um das Verteilergebäude ansehen zu können, bevor sie dann in der Dunkelheit zuschlagen konnten.
Ypsilon nutze die Zeit, um einen kleinen Teil seines Sprengstoffes vorzubereiten und um commandant und Nitrat etwas Unterricht zu geben.
Zuerst ging er auf die verschiedenen Arten des Sprengstoffs ein, bevorzugte Verwendungsart, Gefahren bei Transport und Lagerung und ein ungefährer Anhaltspunkt wie man die benötigte Menge abschätzen konnte.
Danach erklärte er grob die verschiedenen Zünder, ihren Aufbau und wie sie zündeten.
Zuletzt ging er darauf ein, wie man eine einfache Sprengladung entschärfen konnte, er machte jedoch klar, dass das nur unter perfekten Bedingungen zutraf und es gerade bei Sprengfallen meistens so war, dass man den eigentlichen Zündmechanismus nicht so einfach feststellen konnte.
"Leute, denkt daran, haltet euch jetzt nicht für Sprengstoffspezialisten, sowas lernt man über Jahre hinweg, eine Sprengfalle kann ohne weiteres auch mehrere Zünder enthalten, die ihr vielleicht nicht mal als solche erkennt."
Schließlich kam auch Nitrats Claymore auf den Tisch und Ypsilon erklärte auch hier den Aufbau, die Wirkung und wie man eine solche Mine unschädlich machen konnte.
"Nitrat, das war ein Glücksfall mit dieser Mine, haltet euch von Minen fern, der Aufbau mag einfach sein, aber wenn da nicht jeder Handgriff sitzt, wirds blöd. Die Dinger sind verdammt empfindlich und je älter sie werden, desto widerlicher, weil empfindlicher für Erschütterungen."
Zuletzt montierten sie unter Ypsilons Anleitung einige Zünder und verstauten die fertigen Sprengladungen in seinen Tragetaschen.
Dann war es auch schon Zeit die Ausrüstung für den Abend vorzubereiten. Die Teameinteilung war ebenso klar. Da commandant der Speziist für Elektronik war, würde er die Anlage sabotieren, während der Sarge mit ihm gehen würde, um ihm Rückendeckung zu geben, Nitrat würde auf einer Anhöhe westlich Stellung beziehen, um das Gelände mit seinem Gewehr zu überwachen und um gesichtete Wachen über Funk durchzugeben. Ypsilon würde das Gleiche auf einer Anhöhe südöstlich machen, nur das er sein umgebautes RPK-74 dabei haben würde.
Im Moment liefen sie noch in Zivil herum und beluden den Wagen mit ihrer Ausrüstung, ihre Tarnkleidung würden sie erst nach Einbruch der Dunkelheit anlegen, um nicht zu sehr aufzufallen.
"Sarge, commandant, habt ihr beide schallgedämpfte Waffen dabei, eigentlich soll uns ja keiner bemerken, aber für Notfälle? Und habt ihr alle Nachtsichtgeräte dabei?"
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 10. Sep 2011 09:44

Sarge grinste Yps und commandant zu als er in seine Kiste griff und einen Schalldämpfer und ein Nachtsichtgerät hervor zog. Er schraubte den Schalldämpfer auf seine Glock17, verstaute die Waffe dann wieder unter seinem Hemd und machte sich daran das Nachtsichtgerät zu prüfen. Die Batterien waren voll, alle Kappen und Abdeckungen vorhanden und das Kopfnetz auf seine Kopfgröße eingestellt. Es ließ sich bequem tragen ohne zu ziehen oder zu drücken.
"Kennt ihr euch mit diesen Dingern aus? Nicht nur wie man sie benutzt. Seit ihr schonmal nachts damit gelaufen? Natürlich ist es besser als nichts, aber es braucht einige Zeit bevor man sich damit vertraut gemacht hat. Vor allem der Boden wird recht zweidimensional, man tritt schnell mal in ein Loch oder stolpert über Steine. Mit genug Übung und Erfahrung kann man das dann wieder kompensieren. Sagt Bescheid wenn ihr da Nachhilfe braucht, dann üben wir vorher noch ne Runde."
Dann packte er das NSG zurück in die Tasche und schaute auf die Uhr.
"Wenn wir bis zur Dunkelheit nichts großes mehr vorhaben schmeiß ich meinen Koffer an und hau mich ne Runde aufs Ohr."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 11. Sep 2011 15:42

"Ich hab sowohl für meine MP als auch die Pistole Schalldämpfer dabei, für Ruhe ist also gesorgt", erwiderte commandant. "Ich bin gespannt wie die Station genau aussieht. Wahrscheinlich müssen wir rein, um die Verkabelung umzubauen, aber für eine einfache Verteilerstation sollten die Sicherheitsmaßnahmen wohl nur aus einem Schloss bestehen."
commandant folgte Sarge ins Haus, um sich zumindest noch ein bischen auszuruhen. Es könnte eine lange Nacht werden.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 22. Sep 2011 08:46

Als Sarge aufwachte war bereits die Dämmerung angebrochen. Er fluchte kurz. Früher, in seiner besten Zeit wäre er einfach aufgesprungen und hätte losgelegt. Heute war das etwas anders. Aus Erfahrung wusste er das sein Körper Zeit brauchen würde um wieder auf Leistung zu kommen. Also stand er auf und widmete sich für die veranschlagte Stunde seinem Koffer. Eine Menge Daten waren den Tag über aufgelaufen. Er schnappte sich einen Keks und eine Flasche Wasser und machte sich ans Werk. Natürlich gab es Maschinen und Software die ihm diese Analyse hätten Abnehmen können, aber den Maschinen fehlte es an Gespür und Intuition. Sie entschieden in den allermeisten Fällen dazu technisch einwandfreies Material heraus zu filtern und nicht das mit dem benötigten Inhalt. Also macht er diese langweilige und stupide Arbeit lieber selber. Nach einer Stunde hatte er sich durch gut ein Viertel der Daten gearbeitet und sein Körper war jetzt auf Touren. Draußen war es mittlerweile fast komplett dunkel. Er griff nach seinem Koppel, überprüfte nochmal alles, ließ die Glock mitsamt Schalldämpfer in der Tasche verschwinden und ging dann hinunter zu den anderen.
Auf dem Küchentisch lag die Karte. Er sah sich das kleine Kaff noch einmal genau an.
"Das Häusschen liegt hier an der nordöstlichen Dorfecke. Wir könnten auf verschiedene Wege drankommen. Erstens von Süden über die Hauptstraße indem wir ein paar besoffene Dörfler imitieren; ist dreist könnte aber gehen. Zweitens von Westen durch die Felder und Plantagen; da kann uns Nitrat allerdings nicht überwachen weil es zu dicht bewachsen ist. Ähnlich siehts von Norden aus. Die Hauptstraße führt zwar da lang, ist aber zu verschlungen und hügelig um die ganze Zeit beobachten zu können. Im Osten gibt es zwar auch ein paar Felder, aber die sind niedriger; außerdem gibt es einen kleinen Bachlauf der ziemlich tief eingeschnitten ist. Wenn wir an dessen Ufer bleiben haben wir Sichtschutz gegen das Dorf und sind am schnellsten am Ziel. Außerdem gibt es hier die Möglichkeit uns die ganze Zeit von einem höher gelegenen Punkt zu sichern."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Nitrat » 18. Okt 2011 21:19

Nitrat blickte durch die leeren Gesichter des Teams und dachte nur wie soll ich es denen Erklären, ach einfach direkt so wie es ist
Jungs, es tut mir wirklich Leid, aber ich habe einen dringenderen Auftrag bekommen der einiges von mir abverlangt.
Ich muss die Runde hier beenden und wüsche Euch allen viel Erfolg bei der Mission.
Hoffentlich könnt Ihr noch jemanden als Ersatz bekommen, wird eine schwere Aufgabe sein für Euch.

Nitrat packte seine Sachen und verließ den Unterschlupf mit unguten Gefühlen.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 22. Jan 2012 17:01

Ypsilon sah Nitrat einen Moment fragen nach, dann stand er auf und folgte ihm in die Nacht hinaus. Sie sprachen für einige Minuten miteinander, dann kehrte Ypsilon mit regungslosem Gesicht zurück.
"Er hat seine Gründe. Gute Gründe."
Sagte er auf die stille Frage seiner beiden verbliebenen Kameraden.
Er blickte wieder auf die Karte.
Im Endeffekt ist es eure Entscheidung von welcher Seite ihr vorstosst, mein Vorschlag wäre allerdings von Osten. Da kann ich euch überwachen und über Funk Kontakte melden. Da Nitrat jetzt leider weg ist, werde ich meine Position auf diese Anhöhe hier im Osten verlegen, von hier aus dürfte ich den besten Überblick behalten können. Wenn wir von Osten kommen, hat es auch den Vorteil, dass wir über diese Strasse bis auf etwa zwei Meilen an die Stadt heran zu kommen, sie führt nicht durch die Stadt, sondern nur daran vorbei, da ist die Wahrscheinlichkeit doch recht gering, dass jemand aus dem Dorf den Wagen sieht. Und wir können ihn hier..."
Er zeigte auf ein kleines Seitental an der östlichen Strasse.
"abstellen, ohne das er jemandem auffallen sollte.
Er sah commandant und den Sarge an. Er würde es so machen, aber sie waren es, die in das Kaff hinein mussten, also sollten sie sich auch den Weg selbst aussuchen.
Im Kopf ging er noch einmal seine Ausrüstung durch. Seine .40er trug er an der Hüfte. Die schallgedämpfte Glock an der Schulter, dass er sie auch liegend greifen konnte. Seine gute alte MP5SD3, die ihn schon seit Arulco begleitete, war an der Unterseite seines Rucksacks befestigt. Und natürlich sein RPK-74, die Notlösung, von der der eigentlich Abstand halten wollte, eigentlich sollte hier überhaupt niemand getötet werden. Zu viel Aufmerksamkeit.
Das Nachtsichtgerät, das umgebaute Nachtsichtfernglas, alle Batterien und Ersatzbatterien geladen, Funktion geprüft.
So gesehen war er fertig zur Abfahrt.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 5. Feb 2012 16:48

Begeistert war commandant nicht, als er von Nitrats vorzeitiger Abreise hörte. Aber wenn die Gründe wirklich wichtig waren, wer sollte es ihm verdenken. Immerhin saßen nicht gerade in einem Feuergefecht fest und konnten dementsprechend noch alles planen.

Nach Yps Ausführungen nickte er: "Ich wäre auch für den Weg von Osten. So kommen wir am weitestens ungesehen heran und du kannst uns Notfalls Deckung geben. Wobei, wenn wir deine Unterstützung benötigen schonmal etwas schiefgelaufen ist, das Ganze soll ja kurz, still und schmerzlos von statten gehen. NightSarge, das Schloss knacken werde ich übernehmen. Was wir dann in der Station anstellen müssen wir vor Ort entscheiden. Prinzipiell wäre ich dafür, einen zeitverzögerten 'Kurzschluss' auszulösen, so dass wir genügend Abstand zwischen uns und das Kaff gebracht haben bevor etwas auffällt."

Nachdem alles besprochen war entfernte sich commandant ins Gestrüpp. Nach einer Weile konnte man ein leises "Plopp" hören, kurz darauf kam er mit einem kleinen Sack in der Hand zurück und verstaute ihn grinsend im Wagen: "Für später." Anschließend ging er ins Haus um seine sämtliche Ausrüstung zusammenzusuchen. Die USP kam ins Hüftholster, die MP5 würde er umhängen und das Gewehr im Wagen zurücklassen. In die Taschen am Kampfanzug wurde das Werkzeug verstaut, besonders überprüft wurde nochmals das Equipment zum Schloss knacken. Nichts peinlicher als den Einsatz abbrechen zu müssen, weil man vor verschlossener Tür stand. Als alles fertig war ging er wieder nach draußen zum Wagen und machte es sich auf der Rückbank bequem.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 6. Feb 2012 14:36

Auch Sarge blicke dem abziehenden Nitrat nach. "Er hat seine guten Gründe zu gehen und das haben wir zu akzeptieren", sagte er zu allen.
"Also von Osten. Wie genau wir uns an das Haus ranarbeiten entscheiden wir vor Ort. Wenn möglich nutzen wir die Bachsenke, aber es kann durchaus sein das der Bachlauf ausgetrockent ist oder Hochwasser ist oder versumpft. Ebenso welche Wege wir im Dorf nutzen. Von unserer Richtung aus gesehen ist es die zweite Häuserreihe von rechts und die vierte in der Tiefe. Die Sonne ist schon weg und es sind 30 Meilen bis zu dem Dorf, bei diesen Straßen hier sind das zwei Studen Fahrt, also sollten wir in die Hufe kommen. Funkcheck."
Die beiden sahen ihn Recht irritiert an.
"Klingt kindisch, aber wenn er funktioniert brauchen wir gar nicht erst vom Hof rollen. Mikros in Ordnung? Ohrstöpsel fest? Batterien voll? Ersatzbatterien? Kanal frei? Lautstärke eingestellt?"
Er drückte die Sprechtaste und bekam von beiden ein Nicken zur Antwort. Dann checkten reihum commandant und Yps die Geräte. Erfreulicherweise gab es keine Probleme.
"Gut. Ich hole noch meinen Rucksack uns sichere meinen Koffer, dann können wir los."
Damit stieg er die enge Treppe hinauf zu seinem Quartier. Die ganze Sache war nur ein Sekundenwerk. Erst sicherte er den Koffer indem er die Kamera aktivierte um ein Bild von potentiellen Dieben oder Schlägern zu erhalten; gab dann mehrere Passwörter und Codes ein und schließlich zog er den Sicherungsstift aus der Selbstvernichtungsladung. Sollte jemand versuchen das Gerät zu bewegen wäre im Augenblick eines Blinzelns der ganze Raum ein verkohlter Ort. Dann holte er seine MP5SD6 aus dem Waffenkoffer und ließ sie, samt drei Magazinen in seienm Rucksack verschwinden. Der Rest seiner Ausrüstung war bereits im Rucksack verpackt. Wasser, Kekse, Tarnmaterial, Ersatzfunkgeräte, -Batterien und Magazine, Minenmarkierungsset, Fern/Nachtglas, Kabel- und Drahtschneider sowie ein erweitertes Erste Hilfe Set. An der Vorderseite hing eine Dynema Weste. Nach weniger als einer Minute war er wieder unten. Die Schallgedämpfte Glock 18 verschwand wieder im Holster unter dem Hemd. Er ging nach draußen und lud den Rucksack auf die Ladefläche. Dann ließ er den Wagen an.
"Abfahrbereit."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 20. Feb 2012 11:05

Auch Ypsilon packte seine Ausrüstung auf die Ladefläche und nahm auf dem Beifahrersitz Platz. Er nahm die Karte auf den Schoss und drehte das leise das Radio an, als sie gerade ihr Seitental verliessen und auf die Hauptstrasse einbogen. Es war eine sternenklare Nacht, aber wenigstens kein Vollmond.
Im Radio begannen gerade die Nachrichten, in einer Stadt hier in der Gegend war wohl ein Polizist erschossen worden, entweder wollte er sich nicht bestechen lassen, hatte nicht schnell genug weggesehen, oder war einfach zu gierig gewesen. Der Rest der Nachrichten war nur das Übliche, nichts was sie interessierte.
Die Schätzung des Sarges war hervorragend, ziemlich genau nach zwei Stunden erreichten sie den Ort, an dem sie ihren Wagen abstellen wollten.
Sie parkten, dann warfen der Sarge und Ypsilon ein Tarnnetz sowie einige Äste über den Wagen, während der commandant mit einem Ast, der stark an einen Besen erinnerte, die Reifenspuren, die von der Hauptstrasse wegführten, beseitigte. Schliesslich zogen sie ihre Ausrüstung an und überprüften sie ein letztes Mal. Ypsilon rauchte seine letzte Zigarette vor dem Einsatz, die Glut einer Zigarette war nachts einfach zu gut sichtbar, und ausserdem schränkte sie für einen entschieden zu langen Moment die Nachtsicht ein, wenn man an ihr zog, egal wie sehr man sie mit der Hand abschirmte.
Die Söldner sahen sich noch einmal an, nickten sich zu und setzten sich in Bewegung.
"Bis etwa eine Meile vor dem Dorf haben wir den gleichen Weg, dann werd ich mich absetzen und recht schnell meinen Aussichtspunkt besetzen, damit ich mir schonmal einen Überblick verschaffen kann, bis ihr dort ankommt. Dann seh ich auch gleich, ob jemand, um das Dorf herumläuft, was ich aber anzweifle, dafür ist das Kaff nicht wichtig genug."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 29. Mär 2012 11:51

Die Meile bis zum Dorf legten die drei innerhalb einer Stunde hinter sich. Dann bog Yps nach links ab um seinen Sicherungspunkt im ostwärtigen Teil einzunehmen.
Commandant uns der Sarge arbeiteten sich an den hohen Gräsern der Felder entlang vor und erreichten kurze Zeit später den Bachlauf. Sarge warf einen Blick hinein.
"Sieht gut aus", funkt er. "Wenig Wasser drin und nicht versumpft. Wenn wir uns an die trockenen Stellen halten kommen wir ziemlich leise vorwärts."
Commandant antwortete mit einem kurzen und zuversichtlichen "OK".
"Yps schon in Position?", fragte Sarge nach.
"Dauert noch fünf Minuten."
In der Zwischenzeit zog Sarge das Nachtglas aus seiner Tasche und beobachtete den Ort intensiv. Es war mittlerweile kurz vor Mitternacht Ortsszeit und das Leben im Dorf war größtenteils zur Ruhe gekommen. Nur vereinzelt brannten noch Lichter in den Häusern, aber nicht mehr als zwei oder drei. Leute sah er keine mehr, dafür die große Überlandleitung die ihr Ziel war. Er checkte diesen Ortsteil noch einmal und auch dieses Mal war alles ruhig. Er gab das Glas an commandant weiter damit auch der sich einen Überblick verschaffen konnte. Prinzipiell eigneten sich dafür natürlich auch ihre Nachtsichtgeräte, aber deren Zoomfunktion und Auflösung waren bei weitem nicht so gut um über größere Entfernungen zu beobachten. An der Stelle lohnte sich das gute Stück aus deutscher Qualitätsarbeit einmal mehr. Es verfügte auch über einen eingebauten Kompass und einen Laser-Entferungsmesser.
"Alles bereit", flüsterte Yps über Funk.
Sarge nickte commandant zu. Beide zogen wieder ihre Nachtsichtgeräte herunter und sprangen in das Bachbett.
"Wir legen los", sagte commandant und zog seine MP5. "Entfernung 500 Meter."
Die beiden stapften los. Indem sie sich am trockenen Rand entlang und in der Deckung der größeren Uferpflanzen hielten kamen sie recht schnell und leise voran. Nur zwei Mal mussten sie kleinere Einmündungen in den Bach überspringen. Sie schaffften es innerhalb von zwanzig Minuten bis an das Dorf heran zu kommen. Die Uferböschung war hier zwar über einen Meter hoch und die letzten hundert Meter waren kahlgeschlagen so das sie sich von Fels zu Fels vorarbeiten mussten, doch am Ende wurden sie dadurch belohnt das sie unter einer kleinen Brücke in unmittelbarer Nähe zur ersten Häuserreihe ankamen.
"Wir sind da", informierte commandant Yps. "Steigen gleich aus dem Bachbett. Ist alles frei?"
"Fahrzeug auf der Hauptstraße. Passiert Richtung Norden. Wartet noch."
Sarge warf einen kurzen Blick auf seine Karte. Sie mussten zwar die Hauptstraße nicht überqueren, aber ihr Ziel lag nur eine Häuserreihe davon entfernt. Also warteten sie lieber bis es wieder ruhig geworden war.
"So. Wie jetzt weiter?", fragte Sarge commandant. "Hier den Fluss lang und dann durch die Häuserreihe oder hier raus aus und über die Straße?"
"Hat alles seine Vorteile", antwortete commandant, "aber ich denke das es über die Straße besser ist. Der Bach schneidet hier noch tiefer ein und dann könnten wir Probleme kriegen uns zu orientieren oder abzusichern.
"In Ordnung", sagte Sarge nickend. "Dann hier raus. Oben Schuhe abputzen nicht vergessen; sonst ziehen wir Tapsen durch das halbe Dorf."
"Dorf ist ruhig. Ihr könnt loslegen."
Nicht gerade elegant, dafür aber leise arbeite sich Sarge die Böschung bis zur Straße hoch. Er sicherte mit seiner eigenen MP5 schnell einmal rundherum, und fand dann einen Platz in einem Gartenbusch wo er auf commandant warten konnte und sich gleichzeitig den Flusssand von den Stiefel wischen konnte.
Dann begannen die zwei sich unter gegenseiter Sicherung und ausnutzens vieler Deckungen durch das Dorf vor zu arbeiten. Es gab zwar unzählige Stolperfallen in Form von Müll, Schlaglöchern u.ä. aber alles in allem gelangten sie zügig bis an die dritte Häuserreihe gegeüber ihrem Zielgebäude. Dort vernahmen sie einen seltsamen, schlurfenden Lärm. Commandant hob den Arm und ballte die Hand zur Faust und Sarge erstarrte in der Bewegung. Dann warf commandant einen schnellen Blick um die Hausecke.
"Och nee. Scheiße!" fluchte er extrem leise das selbst Sarge, der kaum einen Meter neben ihm stand es kaum hörte. "Zurück. Leise und schnell." Die beiden flüchteten bis hinter die nächste Hausecke.
"Was ist denn?", fragte Yps nach und diesmal warf Sarge einen Blick um die Ecke. An der Ecke wo die beiden gerade noch gestanden hatten schob sich jetzt einDörfler in Sicht. Genauer gesagt erst dessen Bauch, dann dessen Bauch und schliesslich der Bauch. Hintendran kam der Mann. In der linken hielt er einen Sombrero, in der rechten eine Flasche Tequila. Offenbar seine letzte. Er schwankte dermaßen unkontrolliert durch die Straße das ihn allein die Hauswände in einer groben Richtung hielten. Außerdem brabbelte er etwas halblaut auf spanisch vor sich hin, anscheinend belaberte er die Schnapsflasche. Sarge und commandant wartetn bis er eine Ecke weiter gezogen war und machten sich dann an einen neuen Versuch. Diesmal erreichten sie ohne Probleme ihr Ziel. Das Verteilerhaus war ein etwa neun mal zwölf Meter großes zweigeschossiges Ziegelgebäude mit Oberlichtern, Blechdach und einem umzäunten Teil an der Nordseite wo die Kabel in das Haus geführt wurden. An der Südseite gab es ein Garagentor und eine normale Eingangstür. Das Gebäude selber hatte keine äußeren Lichtquellen und so fand Sarge schnell eine dunkle Stelle von wo aus er die Straßen vor ihm problemlos überwachen konnte.
"OK, wir sind da", sagte er über Funk. "Jetzt bist du dran commandant."
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 1. Apr 2012 13:42

"Geht klar," antwortete commandant und machte sich auf den Weg zur Eingangstür. Da kein Licht nach außen drang sollte sich wohl hoffentlich niemand im Gebäude aufhalten, aber man konnte nie wissen. Die weitere Frage war die nach Alarmanlagen. Normalerweise waren Verteilerhäuschen nicht gesichert, aber wer konnte wissen was sich hier alles verbarg, wenn die Kartelle beteiligt waren.
An der Tür angekommen unterzog er diese erst einmal einer ordentlichen Prüfung. Stabile Stahltür, nach außen aufgehend, das Schloss sah von der Verarbeitung her recht ordentlich aus, aber nichts besonderes und Hinweise auf Alarmanlagen gab es auch keine.
"Y und N alles ruhig? Dann mache ich jetzt auf." - "Nichts zu sehen" "und nichts zu hören" kam die Antwort der Beiden. Sein Lockpicking-Werkezeug hatte er sich schon vor Jahren zugelegt und bislang hatte es ihm immer gute Dienste erwiesen. Auch diesmal zog das Schloss nach wenigen Minuten den kürzeren. Er zog die Tür einen Spalt weit auf und schaute nochmals nach Sicherungsmaßnahmen. "Alles klar Sarge, wir können rein".

Dieser stand nach wenigen Augenblicken neben commandant und gemeinsam drangen sie in das Gebäude ein. Die Statuslampen der ganzen Anlagen erzeugten genügend Helligkeit um mit den Nachtsichtgeräten alles erkennen zu können. Links der Eingangstür war der Garagenbereich abgemauert und durch eine Tür vom Rest des großen Raumes getrennt. Im rückwärtigen Teil führte eine Wendeltreppe in den ersten Stock. Per Handzeichen verständigend rückten sie gemeinsam bis zur Treppe vor. Dort übernahm Nightsarge die Führung, die größere Erfahrung könnte vielleicht noch wichtig werden.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon Ypsilon83 » 1. Apr 2012 23:39

Nachdem sie sich getrennt hatten, beeilte sich Ypsilon so schnell wie möglich in Position zu kommen. Ausserdem wollte er sich noch halbwegs tarnen können, wer wusste schon was hier im Umkreis der Stadt los war.
Er arbeitete sich schnell und so leise wie es für jemanden von seiner Statur möglich war voran. Er hatte sein Headset hochgedreht, um die Geräusche seiner Umgebung besser wahrnehmen zu können, aber es war ruhig.
Er erreichte in einer angemessenen Zeit die Anhöhe, die er sich als Ziel gesetzt hatte und begann die Gegend zu sondieren. Einige wenige Bäume, einige Sträucher und ein paar vielversprechende Furchen im Boden.
Die Furche verlief unter einem Strauch hindurch in Richtung der Stadt und war breit und auch tief genug, um ihn nahezu komplett verschwinden zu lassen. Er begann damit den Boden der Furche mit seinem Messer der Länge nach aufzuschneiden und zur Seite wegzuklappen.
Dann schnitt er einige kleinere Büsche in der Umgebung an der Wurzel ab und legte sie um die Furche herum aus.
"Yps schon in Position?" kam die Anfrage vom Sarge.
"Dauert noch fünf Minuten," murmelte er und sah sich aufmerksam um.
Alles ruhig.
Er legte sich in seine vorbereitete Position, stand noch einmal auf und beseitigte grummelnd einen Stein, der ihm in den Bauch gedrückt hatte. Zweiter Versuch. Dieses Mal blieb er liegen.
Er stellte seine Waffe auf das Zweibein, schnitt nun auch für sie eine Lücke in den Boden, wobei er hier etwas tiefer grub, um einen passenden Winkel für seine Waffe zu bekommen. Er klappte den Boden über sich zusammen und tarnte die Übergänge mit den Büschen. Neben seine Waffe legte er sein Fernglas und tarnte auch das.
Er rückte seine Ausrüstung zurecht, als Erinnerungen in ihm aufkamen, damals während seiner Ausbildung, bevor sie ihn in den Westen geschleust hatten.
Die Worte seines Ausbilders lagen ihm immer noch in den Ohren, er hatte ihn den Bagger genannt, weil er immer mehr buddeln musste, als die Anderen, um sich ordentlich tarnen zu können.
Es gefiel ihm nie und er war nie perfekt darin, aber es reichte.
Ypsilon schob sein Nachtsichtgerät von den Augen und verschaffte sich mit dem Nachtsichtfernglas einen Überblick über das Dorf, alles ruhig.
"Alles bereit," flüsterte er in sein Funkgerät und nahm das Fernglas von den Augen, um auch ohne die Elektronik einen Überblick zu haben.
Als er wieder durch sein Fernglas schaute, konnte er commandant und den Sarge nicht ausmachen, an ihrer letzten Position waren sie nicht mehr, also waren sie in dem Bachbett verschwunden.
Ein Fahrzeug fuhr langsam auf die Stadt zu, er beobachtete es für einige Sekunden. Ein Pick-Up, nur Fahrer und Beifahrer, die Ladefläche mit Kisten gefüllt.
Nur ein Transport, dachte Ypsilon und lies den Blick über die Stadt schweifen. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen könnten wäre ein Trupp Kartellmitglieder, die auch hier jemanden erschiessen, oder einfach nur etwas Spass in der Kneipe wollten. Wobei ein Trupp Soldaten oder Polizisten auch nicht besser wäre.
Kurz darauf kam die Anfrage von commandant, sie hatten das Dorf erreicht.
Fahrzeug auf der Hauptstraße. Passiert Richtung Norden. Wartet noch."
Ypsilon sah sich das Gebiet an, in dem er vermutete, dass die beiden auftauchen würden, bis auf das Fahrzeug war alles leer.
"Dorf ist ruhig. Ihr könnt loslegen."
Kurz darauf sah er wie einer der beiden regelrecht aus dem Boden wuchs. Er warf einen weiteren Blick über die Stadt.
Als sein Blick wieder über die Szene schweifte, sah er auch die zweite Gestalt, die sich jetzt zusammen mit der ersten in Bewegung setzte.
Er folgte ihrem Weg mit dem Fernglas, und blickte sich gerade wieder um als er den commandant über Funk hörte.
"Was ist denn? fragte er und versuchte herauszufinden, was da los war.
Nur ein Betrunkener, zum Glück.
Kurz darauf hatten sie das Zielgebäude erreicht, immer noch alles ruhig.
Der commandant machte sich einen Augenblick an der Tür zu schaffen, dann verschwanden die Beiden im Gebäude. Jetzt hiess es abwarten und weiter beobachten.
Der Betrunkene kam wieder in Ypsilons Blickfeld, er schwankte eine der Seitenstrassen entlang, die in Ypsilons Richtung führte.
" Bitte mach, dass du nur in dieser Strasse wohnst und nicht, dass du jetzt einen Spaziergang machen willst, dachte Ypsilon und sah sich erneut um.
In der Ferne tauchten erneut Scheinwerfer auf. Wieder ein Fahrzeug, hoffentlich genau so harmlos wie das letzte.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 2. Apr 2012 16:51

Sarge warf commandant einen schiefen Blick zu. "Mit Erfahrung meint er wohl das man damit den anderen Dummen bezeichnet den man vorschieben kann. Aber egal."
Mit gezogener Glock schlich er über die metallene Wendeltreppe nach oben. Es war recht eng und wackelig aber ohne größere Probleme machbar. Im Obergeschoss reihten sich an der Nordwand Schaltschränke und Kabelagen auf, unter der Decke zogen sich weitere Leitungen entlang die zu einem Kontrollpult mit Rechnersteuerung in der Mitte des Raumes. Auch hier blinkten genug Lichter um problemlos arbeiten zu können. Sarge ließ seinen Blick über die Kontrollen gleiten. "Ein paar Sachen hier sind mir klar, die meisten Kabel sagen mir aber gar nichts." Er arbeitete sich vorsichtig zum Computer vor. "Hat offensichtlich keine Webcam. Interessant ist das er nicht gesichert zu sein scheint. Viel versteh ich davon aber auch nicht. Ich weiß das sie zur Kontrolle und Wartung und für Fehlerbehebung dient, aber größer umgehen kann ich damit nicht. Jedenfalls nicht gut genug um irgendwas gezielt kaputt zu machen. Kann man irgendwas an den Kabeln machen?"
"Fahrzeuglichter aus Norden", meldete Yps über Funk.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 2. Apr 2012 16:51

Warum schon wieder Doppelpost? :confused:
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon commandant » 22. Apr 2012 17:55

Nach Sarge schlich commandant leise die Treppe hoch. Was er im dämmerigen Licht erkennen konnte sahen die Anlagen nach einer wilden Mischung aus Bauteilen aus den Anfängen der Rundfunkttechnik und modernen Geräten aus. Er blickte dem Sarge über die Schulter als dieser sich am Computer zu schaffen machte. Seine fehlenden Spanischkenntnisse ließen ihm den Bildschirminhalt aber nur wie Hierogplyphen erscheinen. "Also Sarge, am PC kann ich nichts machen, aber bei den Geräten sollte es möglich sein ein paar Kurzschlüsse zu produzieren. Wir können noch etwas nachhelfen, so dass hier alles abbrennen sollte. Alles neu aufzubauen wird ordentlich Zeit in Anspruch nehmen."
"Fahrzeuglichter aus Norden", kam der Funkspruch von Yps. "Okay, halte uns auf dem Laufenden", antwortete commandant und machte sich auf die Suche nach einem Sicherungs- oder Verteilerkasten. "Wäre schließlich schade wenn direkt die Sicherung herausfliegen und alle Pläne zu nichte machen würde."
"Fahrzeug hat gehalten, eine Querstraße von euch entfernt, noch ist niemand ausgestiegen", erfolgte die nächste Meldung von Yps.
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Re: Tequila, Stoff und heißes Blei (Foren RPG)

Beitragvon NightSarge » 22. Apr 2012 20:23

"Verstanden", antwortete Sarge Yps und sah sich im Raum um. Ein Kasten an der rechten Seite weckte seine Aufmerksamkeit. "Cuidado! Alta tensión!", eine große Aufschrift in roter Warnfarbe zierte die Türflügel. "Müsste so was wie Warnung Hochspannung heißen. Das ist doch was du suchst."

Vorsichtig öffnete commandant die Klappen und stellte den Strom ab. "Das hätten wir." Dann begann er entlang der Leitungen zu wirken.

Sarge sah ihm fasziniert zu während er immer wieder einen Blick nach draußen warf. Hier gab es zwar außer Oberlichtern nur zwei Fenster an der Westseite von wo aus er nicht gerade den besten Blick auf die Straße hatte. "Was das hier angeht so bin ich froh drei Kabel auseinander halten zu können. Strom war nie mein Ding." Er blickte kurz auf seine Uhr. Seit dem Beginn des Einsatzes waren fast fünfundvierzig Minuten vergangen. "Wie lange brauchst du?"

"Dauert noch ein paar Minuten", brummte commandant beschäftigt.

Sarge sah wieder hinaus. Von hier aus konnte er das Fahrzeug auf der Hauptstraße nicht voll einsehen, er erkannte nur die Hinterachse und den Kofferraum eines Kombis. "Wenn uns nicht El loco wieder über den Weg läuft verschwinden wir durch den gleichen Weg wie wir gekommen sind."
commandant nickte knapp während er immer noch mit Kabeln, Isoband und Kabelschneider hantierte.

"Yps?"

"Ja?"

"Sind fast fertig hier. Ziehen uns auf dem gleichen Weg zurück. Fahrzeug immer noch ruhig?"
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